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    <title>Alvars Blog</title>
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    <title>Wie der YouTube-Algorithmus Nazi-Trolle fördert</title>
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    <published>2018-05-06T10:43:25Z</published>
    <updated>2022-07-26T04:47:13Z</updated>

    <summary>Wenn es um Filterblasen, Hass im Netz und rechtsextremistische Fake-News-Propaganda geht, steht meist Facebook im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei spielt YouTube eine viel zu wenig beachtete Rolle. Wie der YouTube-Algorithmus Nazi-Trolle fördert, das kann man sehr gut bei der aktuellen...</summary>
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        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Wenn es um Filterblasen, Hass im Netz und rechtsextremistische Fake-News-Propaganda geht, steht meist Facebook im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei spielt YouTube eine viel zu wenig beachtete Rolle. Wie der YouTube-Algorithmus Nazi-Trolle fördert, das kann man sehr gut bei der aktuellen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zvKjfWSPI7s">Doku über Nazi-Hass-Trolle</a> von Rayk Anders auf YouTube sehen:</p>]]>
        <![CDATA[<p><a href="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/yt-l%C3%B6sch-dich-videoempfehlungen-nichtangemeldet-kl-152.html" onclick="window.open('https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/yt-l%C3%B6sch-dich-videoempfehlungen-nichtangemeldet-kl-152.html','popup','width=1077,height=683,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/yt-l%C3%B6sch-dich-videoempfehlungen-nichtangemeldet-kl-thumb-280xauto-152.png" width="280" height="177" alt="yt-lösch-dich-videoempfehlungen-nichtangemeldet-kl.png" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a>Auf der rechten Seite und am Ende eines Videos sowie auf der Startseite zeigt YouTube Empfehlungen für andere Videos an. Bei halbwegs erfolgreichen Videos machen diese Videoempfehlungen rund 75% bis 95% der Aufrufe aus, die man als YouTuber in den Statistiken zu den eigenen Videos sehen kann. Der restliche große Teil kommt von der Video-Suche. Aber wie wählt Google/YouTube die empfohlenen Videos aus? </p>
<p><a href="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/yt-l%C3%B6sch-dich-videoempfehlungen-kl-149.html" onclick="window.open('https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/yt-l%C3%B6sch-dich-videoempfehlungen-kl-149.html','popup','width=1064,height=676,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/yt-l%C3%B6sch-dich-videoempfehlungen-kl-thumb-280xauto-149.png" width="280" height="177" alt="yt-lösch-dich-videoempfehlungen-kl.png" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a>Der YouTube-Empfehlungs-Algorithmus bezieht sehr stark die Interaktionen der Nutzer mit ein: je mehr Kommentare, Likes und Dislikes ein Video hat, desto besser. Videos, die von den gleichen Leuten angeschaut und kommentiert werden, passen für YouTube zusammen, werden als Videoempfehlung angezeigt. Bei der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zvKjfWSPI7s">Doku über Nazi-Hass-Trolle</a> bekommt man als nicht angemeldeter User unter den wichtigen sechs ersten Empfehlungen vier mal Videos aus der rechtsextremen Troll- und Troll-Fanclub-Ecke empfohlen, einmal <a href="https://www.youtube.com/watch?v=fAYjSLtz6wQ">Jan Böhmermanns Ergänzung zum Film</a> und einmal eine vermutliche Urheberrechtsverletzung. Und auch bei der Suche ist die Anzahl der Interaktionen wichtig, damit ein Video oben in den Suchergebnissen erscheint.</p>
<p><a href="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/l%C3%B6sch-dich-kommentare-kl-147.html" onclick="window.open('https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/l%C3%B6sch-dich-kommentare-kl-147.html','popup','width=662,height=986,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2018/05/l%C3%B6sch-dich-kommentare-kl-thumb-autox417-147.png" width="280" height="417" alt="lösch-dich-kommentare-kl.png" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a>Als angemeldeter User ist es ein wenig anders, da gibt es bei mir nur noch drei von sechsmal Zeug aus der rechtsextremistischen Möchtegern-Nazi-Troll-Spacko-Ecke, zweimal <a href="https://www.youtube.com/channel/UCNNEMxGKV1LsKZRt4vaIbvw">Böhmermann/Neo-Magazin</a> und einmal <a href="https://www.youtube.com/user/walulissiehtfern">Walulis</a>. Dies hängt aber auch davon ab, welche Videos man eben sonst so sieht. </p>
<p>Aber nicht nur die Video-Empfehlungen sorgen dafür, dass der Kram aus der rechten Troll-Ecke hochgespült wird. Auch bei den Videokommentaren selbst werden üblicherweise die „Top-Kommentare“ oben angezeigt. Und das sind die mit vielen Interaktionen. Der unbedarfte Leser, den die Trolle laut ihrem „Handbuch für Medienguerillas“ ansprechen wollen, sieht nahezu nur noch die Propaganda der rechten Trolle.</p>
<p>Dies alles sind Gründe dafür, dass provokante, extreme, extremistische Videos auf YouTube erfolgreich sind. Im Bereich der Politik bedeutet das: Je wilder, je extremistischer, je verrückter, desto mehr Kommentare und andere Interaktionen – und damit umso mehr Zuschauer. Auch die #AfD spielt mit solchen Provokationen und wird daher daher deutlich öfter gesehen als andere Parteien. Aufmerksamkeit ist die wichtigste Währung im Netz. Ich habe es mit einem <a href="https://www.youtube.com/WENW%C3%84HLEN-Videos">seriösen Politik-Kanal und seriösen Gesprächen</a> versucht, das klappt deutlich schlelchter als wildes Geschrei. Und die Zuschauer werden dank der Kommentierfreudigkeit der Trolle und des Algorithmus hin zu den Verschwörungstheorien, Beschimpfungen, Reconquista Germanica, den Identitären und anderen AfD-Fan-Videos geleitet. Solche Videos kommen schnell auf zehntausende bis hunderttausende Views. In einer Zeit, in der große Teile der Jugend ihre politische Bildung aus YouTube herauszieht, halte ich das für sehr gefährlich: Lügen, Fake-News, Hetze, Hass und Extremismus stehen da als gleichberechtigte „Meinung“ vor seriöser Berichterstattung. Die Views der Videos der seriösen Parteien oder seriöser Nachrichten sind marginal.</p>
<p>Der YouTube-Algorithmus bevorzugt nicht per se (rechts-)extremistisches Gedankengut. Da aber extreme Inhalte, Lügen und Gekreische gerne kommentiert werden, bevorzugt der Algorithmus sie indirekt. Sollten als Folge also seriöse politische Akteure mehr herumkreischen und provozieren? Oder anders gesagt: ist eine Verrohung des politischen Diskurses die richtige Lösung? Sicherlich nicht. Sondern Google/YouTube muss endlich einsehen, dass diese Art des Rankings bei seriösen politischen Videos nicht funktioniert und wir alle aus der demokratischen Zivilgesellschaft müssen endlich aufhören, den Extremisten-Spackos das Feld zu überlassen. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista_Internet">Reconquista Internet</a> ist da sicherlich ein erster guter Schritt!</p>]]>
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    <title>Kommentar zum Bundeshack: Schluss mit Schlangenöl und Monokultur!</title>
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    <published>2018-03-18T16:12:18Z</published>
    <updated>2018-03-18T16:21:43Z</updated>

    <summary>Es ist schon ein paar Tage her, hier der Nachzügler: heise online bat mich um einen Kommentar zum Bundeshack, und da wenige tage nach Bekanntwerden des Hacks noch nicht viel bekannt war, habe ich mich auf ein paar allgemeine Punkte...</summary>
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        <![CDATA[<p>Es ist schon ein paar Tage her, hier der Nachzügler: heise online bat mich um einen Kommentar zum Bundeshack, und da wenige tage nach Bekanntwerden des Hacks noch nicht viel bekannt war, habe ich mich auf ein paar allgemeine Punkte konzentriert:</p>
<p><strong><a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-zum-Bundeshack-Schluss-mit-Schlangenoel-und-Monokultur-3985144.html?seite=all">Kommentar zum Bundeshack: Schluss mit Schlangenöl und Monokultur!</a></strong></p>
<p>In der Zwischenzeit sind zwar ein paar mehr Punkte des Angriffs bekannt, aber nichts was meinen Thesen widerspricht. Es gäbe nur noch einiges hinzuzufügen. Solange aber von den Entscheidern eine Art Microsoft-Allmacht achselzuckend hingenommen wird, sind die genannten Punkte weiterhin die wichtigsten. Das wichtigste ist aber auf jeden Fall Bildung, die zu kompetenten Mitarbeitern führt. Aber das wird noch eine Weile dauern.</p>]]>
        
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    <title>NetzDG: Viele Fragen</title>
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    <published>2018-02-16T07:23:42Z</published>
    <updated>2018-02-19T15:40:57Z</updated>

    <summary>Seit einigen Wochen ist nun das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) in Kraft, und wie zu erwarten reisst die Kritik nicht ab. Einige Kritik besteht zu recht, manch andere nicht. Wer auch immer die neue Regierung stellen wird und welche Mehrheit sich im...</summary>
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        <![CDATA[<p>Seit einigen Wochen ist nun das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) in Kraft, und wie zu erwarten reisst die Kritik nicht ab. Einige Kritik besteht zu recht, manch andere nicht. Wer auch immer die neue Regierung stellen wird und welche Mehrheit sich im Bundestag auch immer finden wird: Meines Erachtens dürfte eine der wichtigsten netzpolitischen Aufgaben sein, hier zu einem besseren Ergebnis zu kommen. </p>
<p>Aber eigentlich sitzt das Problem viel tiefer, nämlich in den Haftungsregelungen aus § 10 Telemediengesetz (TMG). Dies ist ein altes Problem: Plattformbetreiber sind für die Inhalte ihrer Nutzer ohne Kenntnis nicht verantwortlich – wenn sie aber Kenntnis haben, haften sie für die fremden Rechtsverletzungen voll. Dies hat zur Folge, dass vor allem inländische Plattformbetreiber relativ schnell Inhalte löschen, die ihnen Ärger einbringen könnten. Es ist also schon seit vielen Jahren Standard, was am NetzDG nun lauthals kritisiert wird.</p>
<p>Das NetzDG bietet die Chance, in der Hinsicht Verbesserungen zu ermöglichen. Aber erst einmal sollte man sich im Klaren sein, was man denn überhaupt haben will, welche Regelungen für große wie auch kleine Plattformbetreiber gelten sollen.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Daher habe ich mal ein paar Fragen zusammengestellt, die man in dieser Diskussion beantworten sollte – um auf den Antworten aufbauend zu einer Lösung zu kommen. Bestimmt fehlen einige Fragen und manche kann oder sollte man anders stellen, daher ist dies erst mal ein Anfang – ich bin auf Antworten, aber auch auf Anregungen zu weiteren oder geänderten Fragen gespannt:</p>
<ol>
<li>Meinungsfreiheit nach deutscher oder US-Variante?<br />Welche Vorstellung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Meinungsfreiheit">Meinungsfreiheit</a> (Link zu Hintergrundinformationen) legen wir in der gesamten Diskussion zugrunde? Dies ist vielleicht die wichtigste Frage überhaupt, denn wenn man die Ansicht vertritt, dass tatsächlich nahezu alles gesagt werden darf (von übelsten Beleidungen über Volksverhetzung und Holocaustleugnung bis hin zu falschen Behauptungen über Personen), dann hat sich ein Großteil der folgenden Fragen bereits erledigt. Aber diese Ansicht (siehe auch Punkt 76 und 77) <a href="https://www.wen-waehlen.de/btw17/parteien/antworten-3227.html">vertritt noch nicht mal die Mehrheit der AfD-Politiker</a>, die ansonsten als lauteste NetzDG-Kritiker auftreten. </li>
<li>Sollen Plattformbetreiber Auflagen erfüllen?<br />Auch eine zentrale Frage: Sollen Betreiber von Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube – aber auch kleinere Forenbetreiber und so weiter – überhaupt irgenwelche Auflagen erfüllen oder soll es ihnen selbst überlassen werden, wie sie mit den Beiträgen der Nutzer umgehen?</li>
<li>Müssen ausländische Plattformbetreiber sich an hiesige Gesetze halten?</li>
<li>Und müssen ausländische Plattformbetreiber die Einhaltung hiesiger Gesetze durchsetzen? </li>
<li>Haftungsregeln der derzeitigen Regelung aus <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__10.html">§ 10 TMG</a> und EU-E-Commerce-Richtlinie prinzipiell beibehalten oder nicht?<br />Kurzfassung: Plattformanbieter sind für Inhalte Dritter (der Nutzer) nicht verantwortlich, so lange sie keine Kenntnis haben. Ab Kenntnis haften sie, als ob es sich um eigene Inhalte handelt, außer die Inhalte werden entfernt.</li>
<li>Wenn nicht: nie Haftung (auch bei Kenntnis) oder immer Haftung (auch vor Kenntnis) oder anderes?</li>
<li>Also: Sollen bei Verstößen (siehe Punkt 1) die Plattformbetreiber Inhalte entfernen oder nur die Autoren?</li>
<li>Sollen rechtswidrige Inhalte (vgl. Punkt 1) überhaupt entfernt werden?</li>
<li>Wenn ja: Wie schnell sollen rechtswidrige Inhalte entfernt werden? Möglichst schnell, oder ist es OK, wenn es nach Wochen, Monaten oder Jahren geschieht?</li>
<li>Wenn nein: Warum nicht? Sprich: doch Punkt 1 überdenken?</li>
<li>Brauchen die Haftungsregeln aus dem TMG Nachbesserungsbedarf zum Schutz vor ungerechtfertigter oder für schnellere Löschung?</li>
<li>Sollen Plattformbetreiber frei nach eigenen »Gemeinschaftsstandards« entscheiden und Löschen/Sperren dürften?</li>
<li>Wie frei sollen sie dabei sein?</li>
<li>Sollen meinungsrelevate/marktbeherrschende/große Plattformen anders reguliert werden als der kleine Blogger oder Forenbetreiber?</li>
<li>Sollen Plattformbetreiber transparenter werden?</li>
<li>Sollen Betroffene bei Löschung nach Punkt 8 oder 12 ein Widerspruchsrecht haben?</li>
<li>Allgemeiner: Besteht Nachbesserungsbedarf bei u.U. ungerechtfertigten Löschung von Inhalten durch die Plattformen?</li>
<li>Löschen (manche) Plattformen zu viele oder wenige rechtswidrige Inhalte nach Punkt 8?</li>
<li>Löschen (manche) Plattformen zu viele oder wenige Inhalte, nach eigenen Regeln (Punkt 12)?</li>
<li>Ist es prinzipiell richtig, wenn der Gesetzgeber verlangt, dass Plattformen transparente Verfahren etablieren müssen?</li>
<li>Wenn ja: auch für rechtswidrige Inhalte nach 1 oder nur für die eigenen Regeln der Plattform?</li>
<li>Ist es richtig, wenn Plattformen Bußgelder bezahlen müssen, wenn sie keine ordentlichen Verfahren haben?</li>
<li>Bußgelder im Einzelfall oder bei systematischem Versagen?</li>
<li>Sollen Bußgelder bei systematischer ungerechtfertigter Löschung verhängt werden können?</li>
<li>Sollen die Chefs der Plattformen strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie rechtswidrige Inhalte nach 1 nicht entfernen (lassen)?</li>
<li>Im Einzelfall oder bei systematischem Versagen?</li>
<li>Sollen die Plattformen bei Nichtlöschung rechtswidriger Inhalte Bußgelder zahlen?</li>
<li>Wenn 27. ja: im Einzelfall oder bei systematischem Versagen?</li>
<li>Wie lange soll auf eine Entfernung nach 1 gewartet werden?</li>
<li>Wer soll die Kosten für für die zu erledigende Arbeiten tragen? Plattformen oder Staat?</li>
<li>Soll zwischen offensichtlichen einfachen und komplizierteren Fällen unterschieden werden?</li>
<li>Sollen Plattformen auch nicht strafbare Hassrede entfernen dürfen?</li>
<li>… oder müssen?</li>
<li>Sollen Opfer von Hassrede oder strafbaren Beleidigungen etc. sich an die Plattform wenden können?</li>
<li>Oder nur an Strafverfolger?</li>
<li>Soll vor jeder (Nicht-) Entfernung eines Inhaltes ein rechtskräftiges Gerichtsurteil abgewartet werden?</li>
<li>Oder nur ein erstinstanzliches?</li>
<li>Oder nur eine einstweilige Verfügung?</li>
<li>Soll bei offensichtlich rechtswidrigen oder nicht rechtswidrign Inhalten gemäß 36 bis 38 etwas anderes gelten?</li>
<li>Sollte im Zweifel gelöscht werden oder im Zweifel nicht?</li>
<li>Sollten Plattformen Anreize erhalten, schnell zu löschen?</li>
<li>Sollen Plattformen Anreize erhalten, ausgeglichene Verfahren zu etablieren, die die Interessen aller Betroffenen berücksichtigen?</li>
<li>Oder sollen die Plattformen das handhaben wie sie wollen?</li>
<li>Sollen Plattformen Anreize erhalten, Inhalte lange zu behalten?</li>
<li>Sollen Plattformen eigene »Gemeinschaftsstandards« haben dürfen?</li>
<li>Sollten diese möglichst präzise sein, oder reicht eine allgemeine Beschreibung?</li>
<li>Wenn Plattformen entgegen ihrer Standards aus 45 entscheiden: soll das Konsequenzen haben?</li>
<li>Sollen Nutzer ihre Rechte aus 45ff selbst durchsetzen?</li>
<li>Oder sollen das Aufsichtsbehörden machen?</li>
<li>Sollen betroffene Nutzer ihre Rechte aus 1 selbst durchsetzen?</li>
<li>Oder sollen das Aufsichtsbehörden machen?</li>
<li>Sollen Nutzer überhaupt die Möglichkeit haben, Inahlte zu melden?</li>
<li>Solche die gegen 10 bzw. 45 und/oder 1 verstoßen?</li>
<li>Ist es ein Skandal und Eingriff in die Meinungsfreiheit, wenn eine Plattform nach der Prüfung einer Meldung entscheidet: nicht löschen?</li>
<li>Ist es ein unberechtigter Eingriff in die Meinungsfreiheit, wenn ein Inhalt nach 1 gelöscht wird?</li>
<li>Ist es ein unberechtigter Eingriff in die Meinungsfreiheit, wenn ein Inhalt nach 45 gelöscht wird?</li>
<li>Wäre es OK, Inhalte, die möglicherweise unter 1 fallen, zu verstecken oder niedrigerer zu gewichten und beispielsweise nur nach explizitem Wunsch des Lesers anzuzeigen?</li>
<li>Dito für Inhalte nach 45.</li>
<li>Angenommen, Plattformen haben eine Möglichkeit zur Beschwerde über Inhalte, die nach den Regeln der Plattform oder gesetzlichen Regeln unzulässig sind. Sollen Nutzer eine Beschwerde begründen können?</li>
<li>… oder müssen?</li>
<li>Sollen Betroffene benachrichtigt werden, wenn einer ihrer Inhalte nach einer Beschwerde nicht entfernt wurde?</li>
<li>Bei einem Widerspruch nach Punkt 16: sollen Plattform eine Möglichkeit zur Begründung vorsehen?</li>
<li>Wie soll mit verschiedenen Rechtsnormen in verschiedenen Ländern umgegangen werden?</li>
<li>Ab welcher Größe einer Plattform (z.B. Nutzeranzahl oder gesellschaftliche Bedeutung) solloen diese zu Maßnahmen verpfichtet werden?</li>
<li>Angenommen, nur größere Plattformen sind für bestimmte Verfahren verpflichtet. Sollen auch kleinere Betreiber Privilegien genießen, wenn sie (für sie nicht verpflichtende) Verfahren implementieren?</li>
<li>Sollen die Betrieber von Gruppen oder ähnlichem auf den sozialen Netzwerken zu irgendwelchen Handlungen verpflichtet werden, beispielsweise solche wie die Plattformbetreiber selbst oder Teilen davon? </li>
<li>Soll überhaupt irgendwas gelöscht werden, oder ausnahmslos alles stehen bleiben?</li>
<li>Sollen Nutzer entsprechender Plattformen und Betroffene die Möglichkeit haben, gegen die Entscheidungen der Plattformen (beispielsweise Löschung oder Nicht-Löschung) gerichtlich vorzugehen?</li>
<li>Wenn ja: Sofort oder erst, wenn sie alle Widerspruchsmöglichkeiten bei der Plattform durchgeführt haben?</li>
<li>Wenn ja: Sollen die Plattformen verpflichtet werden, den Nutzert auf das Klagerecht hinzuweisen?</li>
<li>Statt Löschen: sollen rechtswidrige Beiträge markiert werden und das Teilen dieser bestraft werden?</li>
<li>Soll die strafrechtiche Verfolgung der Autoren rechtswidriger Beiträge (unabhängig zu allen obigen Antworten) verschärft werden?</li>
<li>Derzeit verweisen Staatsanwaltschaften bei Strafanzeigen/Strafanträgen wegen Beleidigung und Verläumdung häufig auf den Privatklageweg. Ist dies der richtige Weg?</li>
<li>Oder sollten Staatsanwaltschaften bei Straftaten wie Beleidigung, üble Nachrede und ähnlichem häufiger selbst ermitteln?</li>
<li>Anders gefragt: sollen Opfer von Beleidigungen und ähnlichen Straftaten das Kostenrisiko selbst tragen?</li>
<li>Sollen für mehr Meinungsfreiheit diverse Straftaten abgeschafft werden?</li>
<li>Wenn ja, welche? Beispielsweise: Beleidigung, Üble Nachrede, Volksverhetzung, Holocaustleugnung, Beschimpfung von Religionsgemeinschaften oder die Aufforderung zu Straftaten?</li>
</ol>
<p>Dieser Fragenkatalog ist ein Ausschnitt aus wichtigen Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man sich über sinnvolle Regelungen Gedanken macht. Er basiert auf einem <a href="https://twitter.com/alvar_f/status/950776806860382208">Twitter-Thread</a>, den ich vor ein paar Wochen gestartet hatte. </p>
<p>Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten, Anregungen und Vorschläge.</p>
<p></p>
<p><em><strong>EDIT:</strong></em> Punkt 1 noch um eine grobe Beschreibung der Meinungsfreiheit in den USA ergänzt und Link zur Wikipedia hinzugefügt.</p>]]>
    </content>
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    <title>Warum sollte man sich (ausgerechnet jetzt) für Politik interessieren?</title>
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    <published>2017-06-27T22:59:54Z</published>
    <updated>2022-04-15T12:30:40Z</updated>

    <summary>Nebenan bei WEN WÄHLEN? haben wir die Bundestagswahl-Challenge #BTW17Challenge gestartet. Macht alle mit! 👍...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    </author>
    
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        <![CDATA[<p>Nebenan bei WEN WÄHLEN? haben wir die <a href="https://blog.wen-waehlen.de/2017/06/btw17challenge.html">Bundestagswahl-Challenge #BTW17Challenge</a> gestartet. </p>
<p>Macht alle mit! 👍</p>
<p>
</p>]]>
        
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    <title>Streitgespräch zum NetzDG</title>
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    <published>2017-06-15T12:16:36Z</published>
    <updated>2022-04-15T12:31:27Z</updated>

    <summary>Auch als Nachtrag zu meinen sieben Vorschlägen zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG): Im Rahmen meiner WEN WÄHLEN?-Interviews gibt es heute Abend ein Streitgespräch zwischen Ulrich Kelber, parlamentarischer Staatssekretär im Justizministerium und dort zuständig für das NetzDG, sowie Joerg Heidrich, Rechtsanwalt und NetzDG-Kritiker....</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://blog.alvar-freude.de/">
        <![CDATA[<p>Auch als Nachtrag zu meinen <a href="https://blog.alvar-freude.de/2017/05/vorschlaege-zum-netzdg.html">sieben Vorschlägen zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG)</a>: Im Rahmen meiner <a href="https://www.youtube.com/WENW%C3%84HLEN-Videos">WEN WÄHLEN?-Interviews</a> gibt es heute Abend ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=DhqpAN2BGCc&amp;list=PLcb3Ae1k5I2IF8fUlpkq-h_nTXMkkLaLd">Streitgespräch</a> zwischen Ulrich Kelber, parlamentarischer Staatssekretär im Justizministerium und dort zuständig für das NetzDG, sowie Joerg Heidrich, Rechtsanwalt und NetzDG-Kritiker.</p>
<p></p>]]>
        <![CDATA[<p></p>
<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.wen-waehlen.de">WEN WÄHLEN?</a> Webseite</li>
<li><a href="https://www.youtube.com/WENW%C3%84HLEN-Videos">WEN WÄHLEN? Youtube-Kanal</a></li>
<li>Text zum <a href="https://blog.wen-waehlen.de/2017/06/streitgesprach-zum-netzdg.html">Streitgespäch im WEN WÄHLEN?-Blog</a></li>
</ul>]]>
    </content>
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    <title>Sieben Vorschläge zum NetzDG</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://blog.alvar-freude.de/2017/05/vorschlaege-zum-netzdg.html" />
    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2017://6.192</id>

    <published>2017-05-30T10:00:42Z</published>
    <updated>2017-06-01T07:38:28Z</updated>

    <summary>Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) wird von vielen pauschal als allerbösartigstes Zensurinstrument abgelehnt. Diese riesige Aufregung, die teilweise vorherrscht, kann ich mir nur so erklären, dass zum einen viele Kritiker gar nicht wissen, was das Gesetz genau vorsieht und zum anderen, dass...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://blog.alvar-freude.de/">
        <![CDATA[<p><strong>Das <a href="https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/NetzDG.html">Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG)</a> wird von vielen pauschal als allerbösartigstes Zensurinstrument abgelehnt. Diese <em>riesige Aufregung,</em> die teilweise vorherrscht, kann ich mir nur so erklären, dass zum einen viele Kritiker gar nicht wissen, was das Gesetz genau vorsieht und zum anderen, dass sowohl einige politischen Gegner der Koalitionsparteien (vor allem die am extremistischen Rand) als auch die betroffenen Konzerne eine Show machen und Desinformation betreiben – das Narrativ vom bösen Zensurminister verfängt bei einigen ziemlich gut.</strong></p>
<p>Das NetzDG hat meines Erachtens durchaus einige Schwächen, viele Juristen haben problematische Teile identifiziert, und man kann natürlich die Frage stellen, ob es überhaupt nötig ist und Facebook und Co. nicht schon einfach so das Richtige machen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass dies eben nicht der Fall ist und insbesondere Facebook äußerst undurchsichtig und schwer nachvollziehbar agiert, teilweise harmlose Inhalte löscht und strafbare Inhalte weiter anzeigt.</p>
<h3>Sieben Vorschläge</h3>
<p>Und genau hier bietet ein NetzDG m.E. sogar die <strong>Chance, dass die Meinungsfreiheit und die Rechte der Nutzer (der marktbeherrschenden sozialen Netzwerke) gestärkt</strong> werden. Dazu wären aber ein paar Änderungen am Entwurf nötig:</p>
<ol>
<li><strong>Meinungsfreiheit:</strong> Das von Plattformanbietern zu implementierende Verfahren muss die Meinungsfreiheit explizit beachten. Das bedeutet, dass die Meinungsfreiheit in die Bewertung des betreffenden Inhalts aufgenommen werden <strong>muss.</strong></li>
<li><strong>Widerspruchsrecht: </strong>Der betroffene Autor, dessen Inhalt entfernt werden soll, muss ein Widerspruchsrecht haben.</li>
<ul>
<li>Eine weitergehende Möglichkeit könnte auch sein, dass er die Haftung explizit selbst übernimmt und den Plattformanbieter freistellt – im Gegenzug bleibt der betreffende Beitrag Online.</li>
</ul>
<li><strong>Transparente Regeln:</strong> Die betreffenden Plattformen müssen nicht nur ihre „Community-Regeln“ veröffentlichen, sondern auch jegliche Regeln, Handbücher, Anweisungen und so weiter für die Mitarbeiter, die Beschwerden bearbeiten und evtl. Inhalte entfernen.</li>
<li><strong>Transparente Berichte:</strong> Die vom NetzDG geforderten Transparenzberichte sollten mehr Details enthalten müssen, u.a. auch mit welchen Methoden der Plattformanbieter die Meinungsfreiheit schützt, wie oft Nutzer einer Löschung widersprechen usw.</li>
<li><strong>Klasse statt Masse:</strong> Löschungen dürfen nicht nur deswegen durchgeführt werden, weil es viele Beschwerden gab. </li>
<li><strong>Belohnung:</strong> Kleine Plattformen, die sinnvolle und gute Verfahren implementieren, könnten mit einer erweiterten Haftungspriviligierung belohnt werden: keine Haftung für uneindeutig rechtswidrife Inhalte Dritter im Einzelfall, wenn ordentliches Verfahren dokumentiert und beispielsweise der Autor einer Löschung widersprochen hat.</li>
<li><strong>Offensichtlichkeit:</strong> Sinnvoll könnte auch sein, wenn sich die Löschforderungen des NetzDG vorerst auf die <em>offensichtlich rechtswidrigen Inhalte</em> beschränken würde.</li>
</ol>]]>
        <![CDATA[<p>Die Vorschläge würden den Aufwand für Plattformanbieter in Teilen durchaus nochmals erhöhen. Das gefällt denen und ihnen nahestehenden Personen/Verbänden natürlich nicht. Da dies aber sowieso nur für die ganz Großen wie Facebook, Twitter und Google (inkl. Youtube) gilt, hält sich mein Mitleid in Grenzen. Allerdings wäre wahrscheinlich auch noch eine Präzisierung im Gesetz sinnvoll, dass die Regelungen nicht nur für Plattformen ab 2 Millionen registrierten Nutzern verpflichtend sind, sondern auch nur für solche, die zudem für die öffentliche Meinungsbildung relevant sind. </p>
<h3>Kleine Alternative</h3>
<p>Eine mögliche weitere Alternative wäre, das Gesetz bis auf zwei Punkte ganz zu streichen: in §5 steht eine Regelung, die nicht nur ich für sehr sinnvoll ansehe, sondern auch sonst schon lange gefordert wurde: große Plattformanbieter müssen in Deutschland errechbare Ansprechpartner für Ermittlungsbehörden benennen, die bei entsprechenden strafrechtlichen Ermittlungen zügig Auskunft geben. Das in Kombination mit den sieben Punkten zur Verbesseung der Meinungsfreiheit von oben könnte ein Anfang sein, so dass man anschließend beobachten kann, ob sich die Situation bessert. Also: die eingangs erwähnten sieben Punkte, aber ohne die Verpflichtung ein Verfahren zur Löschung rechtswidriger Inhalte zu implementieren, weil davon auszugehen ist, dass dies sowieso geschieht.</p>
<p>Die politische Stimmung in der Koaltion schätze ich aber derzeit so ein, dass unbedingt das volle Programm durchgesetzt  werden soll. Vielleicht kann sie sich aber dazu durchringen, das Gesetz auf <strong>offensichtlich rechtswidrige Inhalte</strong> zu beschränken.</p>
<p>Abgesehen davon bin ich der Ansicht, dass vor allem die strafrechtliche Verfolgung von strafbaren Inhalten forciert werden muss. Die Löschung ist eines, aber wenn nur gelöscht wird und die Täter nicht strafrechlich verfolgt werden, dann läuft auch was falsch.</p>
<h3>Ein paar Details</h3>
<h4>Was gilt bisher, und was verlangt das NetzDG?</h4>
<p>Bisher ist es im Wesentlichen so: ein Plattformanbieter – sei es Facebook oder der kleine Blogger mit Kommentarfunktion für die Nutzer – haftet für <strong>rechtswidrige fremde Inhalte</strong> erst nach Kenntnis. Aber dann haftet er für diesen fremden Inhalt genau so, als ob es ein eigener wäre. Wenn also hier in den Kommentaren jemand Bettina Beispiel beleidigt, hafte ich erst, wenn ich davon Kenntnis habe – zum Beispiel, wenn Bettina Beispiel sich bei mir meldet. Wenn der Inhalt dann stehen bleibt, hafte ich dafür wie für einen eigenen Inhalt. Das Problem: da die Rechtswidrigkeit oft nicht einfach erkennbar ist, aber empfindliche Strafen drohen, löschen viele Betreiber eher mehr als weniger. Warum sollten sie sich auch einem risikoreichen Verfahren stellen, nur um beispielsweise unflätige Aussagen ihrer Nutzer zu schützen?</p>
<p><strong>Das ist geltende Gesetzeslage und Praxis!</strong></p>
<p>Große ausländische Plattformanbieter sind da gegenüber inländischen kleinen Anbietern klar im Vorteil: genaue Verantwortlichkeit ist schwer zu fassen und so weiter, beim Strafrecht aber nötig. Das hat zur Folge, dass es Facebook wohl oftmals scheißegal ist, wenn ein Beitrag nach deutschem Recht strafbar, aber nach den Facebook-Community-Richtlinien noch erlaubt ist. Umgekehrt sind alle Plattformbetreiber bei (vermeintlichen) Urheberrechtsverletzungen rigoros: da drohen ihnen tatsächlich strafen, da sie da besser greifbar sind als im Strafrecht.</p>
<p>Das NetzDG verlangt nun, dass große (!) Plattformbetreiber – wahrscheinlich trifft es nur Facebook, Google inkl. YouTube und Twitter – <strong>ein Verfahren etablieren müssen,</strong> das Beschwerden der Nutzer über rechtswidrige Inhalte entgegen nimmt und solche Inhalte entfernt, die diverse, explizit genannte Straftatbestände erfüllen. Dazu gehört u.a. <strong>Volksverhetzung, die Bedrohnung oder Verleumdung anderer Menschen und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten.</strong> Kann man ernsthaft etwas dagegen haben? Dann sollte man sich dafür einsetzen, dass diese Straftatbestände abgeschafft werden.</p>
<p>Prinzipiell finde ich nun den Lösungsansatz vom NetzDG ganz charmant: es werden keine Fehler im Einzelfall bestraft, sondern das Fehlen eines funktionierenden Verfahrens. Sprich: lässt ein Plattformbetreiber mal einen Text stehen, der sich später als rechtswidrig herausstellt, hat er dadurch keine Nachteile. Er hat nur ein Problem, wenn er kein funktionierendes Verfahren hat, das Beschwerden der Nutzer annimmt und sinnvoll bearbeitet. Und genau hier fehlt mir aber ein wichtiger Aspekt: der Plattformbetreiber sollte auch ein Problem bekommen, wenn sein Verfahren prinzipbedingt zu viel löscht und er nicht vollumfänglich transparent handelt.</p>
<h4>Meinungsfreiheit stärken!</h4>
<p>Denn jeder kennt wahrscheinlich eine der Geschichten, nach denen Facebook Beiträge oder Nutzer löscht bzw. sperrt, obwohl es nur um eine evtl. pointierte Meinungsäußerung geht. Oder weil jemand einen Beitrag mit Nazi-Inhalt zitiert und kommentiert – aber dann wegen eben diesem gesperrt wird. Ein funktionierendes Widerspruchsverfahren und die Einbeziehung der Meinungsfreiheit bei der Bewertung könnte dieses Problem deutlich verringern.</p>
<p>Eine solche Regelung würde zwar Facebook und Co wie gesagt deutlich mehr Arbeit machen. Da es sich dabei aber um große, viel Geld verdienende Plattformen handelt, die in der Zwischenzeit sehr relevant für die öffentliche Meinungsbildung sind, halte ich eine entsprechende Regulierung für vertretbar. Und es würde unter dem Strich die Meinungsfreiheit gestärkt werden. Dazu muss man sich allerdings von dem Narrativ <em>„der Heiko Maas ist Zensurminister und der schlimmste Minister aller Zeiten“</em> befreien – und das wiederum will ja auch nicht jeder.</p>
<p>Nicht vergessen sollten wir aber auch, dass es viele Hassbeiträge gibt, die eben nicht strafbar sind. Auch viele Lügen oder „Fake-News“ sind nicht strafbar. Mit Löschen kommt man da nicht weit – und insbesondere Facebook hat überhaupt kein Interesse, solche Beiträge weniger prominent darzustellen, denn schließlich leben sie von möglichst vielen Interaktionen. Je kontroverser ein Beitrag, desto mehr Interaktionen!</p>
<p>Und natürlich kann man in Frage stellen, ob Beiträge wie <em>„Bettina Beispiel muss öffentlich gesteinigt werden“</em> oder die <em>Holocaust-Leugnung</em> strafbar sein sollen. Ich denke, dass diese aus gutem Grund strafbar sind – aber wer will, dass dies nicht strafbar ist, der soll das aben auch laut sagen.</p>]]>
    </content>
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    <title>Beobachtungen des Twitter-Scheinriesen</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://blog.alvar-freude.de/2017/05/scheinriese-bestaetigt.html" />
    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2017://6.191</id>

    <published>2017-05-26T09:07:28Z</published>
    <updated>2017-06-15T09:16:25Z</updated>

    <summary>Vor gut einem Monat haben die Journalisten und Datenjournalsten vom Tagesspiegel und Netzpoliitk.org gemeinsam die Twitter-Filterblase der AfD analysiert und dabei u.a. festgestellt, dass wichtige Accounts dort nur ein Scheinriese sind. Die dortige Analyse kann ich nun mit eigenen Beobachtungen...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <category term="Politik allgemein" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
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    <category term="twitter" label="Twitter" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://blog.alvar-freude.de/">
        <![CDATA[<p>Vor gut einem Monat haben die Journalisten und Datenjournalsten vom <a href="https://netzpolitik.org/2017/auf-linie-das-inoffizielle-unterstuetzernetzwerk-der-afd/">Tagesspiegel und Netzpoliitk.org gemeinsam die Twitter-Filterblase der AfD analysiert</a> und dabei u.a. festgestellt, dass wichtige Accounts dort nur <a href="https://netzpolitik.org/2017/twitter-datenanalyse-bei-der-afd-die-falsche-balleryna/">ein Scheinriese</a> sind.</p>
<p>Die dortige Analyse kann ich nun mit eigenen Beobachtungen nachvollziehen und bestätigen: Retweets der gesamten AfD-Unterstützerschaar bringen gerade mal 18 Link-Klicks. Aber der Reihe nach …</p>]]>
        <![CDATA[<p>Mit <a href="https://www.wen-waehlen.de">WEN WÄHLEN?</a> betreibe ich seit Jahren eine Art Alternative zum Wahl-O-Mat, bei dem nicht nur die Parteimeinungen einfließen, sondern die <a href="https://www.wen-waehlen.de/btw13/parteien/antworten.html">Kandidaten selbst</a> zu Wort kommen. Für 2017 wage ich ein neues Experiment: <a href="https://www.youtube.com/channel/UCU2k6f6TBUaw8SpsXUGKnWw">Live-Interviews</a> mit Kandidaten aller Parteien, Bürgern, Anhängern und mehr. Letzten Dienstag habe ich das erste Interview mit einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ozgTKbMhFe0&amp;list=PLcb3Ae1k5I2IF8fUlpkq-h_nTXMkkLaLd">AfD-Kandidaten geführt, Volker Münz</a>. Wie immer habe ich das natürlich vorher über den <a href="https://twitter.com/waehlen/status/867000199474028545">WEN WÄHLEN?-Twitter-Account getwittert</a> und die Möglichkeit geboten, eigene fragen zu stellen  – und dieser Tweet wurde von mehreren der AfD nahestehenden Accounts retweetet, u.a. <em>@AfD_Bund, @2017_AfDwaehlen, @mundaufmachen</em> und natürlich dem ganz großen Account <em>@balleryna</em> und einigen anderen. Zusammen kommen die auf über 350.000 Follower. Eine ganz ordentliche Reichweite, da müsste der Tweet doch durch die Decke gehen, hunderte bis tausende Klicks auf den Link kommen und natürlich zig Fragen gestellt werden.<a class="account-group js-user-profile-link" href="https://twitter.com/AfD_Bund" rel="noopener"><span class="username u-dir" dir="ltr"><br /></span></a></p>
<p>Was passierte? Nun, nicht viel:</p>
<p><a href="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2017/05/Scheinriese-138.html" onclick="window.open('https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2017/05/Scheinriese-138.html','popup','width=1768,height=928,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2017/05/Scheinriese-thumb-640xauto-138.png" width="640" height="335" alt="Scheinriese: AfD auf Twitter" class="mt-image-none" /></a><br /><br /></p>
<p><strong>18 Link-Klicks, 2 Antworten.</strong> Na, immerhin haben laut Twitter 6000 Leute den Tweet gesehen. Ob das Bots waren oder echte Menschen ist schwer zu sagen, aber 18 Link-Klicks und gerade mal 2 Antworten bestätigen die Analyse von Netzpolitik.org und Tagesspiegel: bei der AfD-Filterblase auf Twitter handelt es sich um einen Scheinriesen. Sieht riesig aus, aber sonst passiert nicht viel. Denn 18 Link-Klicks und zwei Antworten schaffe ich bei einem normalen Tweet ganz alleine. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Interview zwar mehr angeschaut wird als beispielsweise das mit dem <a href="https://youtu.be/zah9DrJzL-A?list=PLcb3Ae1k5I2IF8fUlpkq-h_nTXMkkLaLd">SPD-Abgeordneten Gerold Reichenbach</a>, aber deutlich weniger als das Interview mit einem <a href="https://youtu.be/nuW85M5HvCc?list=PLcb3Ae1k5I2IF8fUlpkq-h_nTXMkkLaLd">Wahlhelfer über Wahlbetrug und Wahlfälschung</a>.</p>
<p>Apropos Interview? Das gibt es hier:</p>
<div style="position: relative; height: 0; padding-bottom: 56.25%;">
<iframe width="640" height="360" style="position: absolute; width: 100%; height: 100%; left: 0;" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/ozgTKbMhFe0?list=PLcb3Ae1k5I2IF8fUlpkq-h_nTXMkkLaLd?ecver=2" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
</div>
<p></p>
<p>SIehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLcb3Ae1k5I2IF8fUlpkq-h_nTXMkkLaLd">Alle WEN WÄHLEN?-Interviews in einer Playlist</a></li>
<li>Die Artikelserie beim Tagesspiegel:
<ul>
<li><a href="http://digitalpresent.tagesspiegel.de/afd">So twittert die AfD</a></li>
<li><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/datenjournalismus/twitter-datenanalyse-groesster-afd-twitter-account-ist-ein-scheinriese/19691492.html">Größter AfD-Twitter-Account ist ein Scheinriese</a></li>
<li><a href="http://digitalpresent.tagesspiegel.de/afd-unterstuetzernetzwerk">Auf Linie: Das inoffizielle Unterstützernetzwerk der AfD</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href="https://www.wen-waehlen.de">WEN WÄHLEN?</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/waehlen">WEN WÄHLEN? auf Twitter</a>  sowie auf <a href="https://www.facebook.com/wen.waehlen">Facebook</a> – Alles echt und kleine Scheinriesen!</li>
<li><a href="https://www.youtube.com/channel/UCU2k6f6TBUaw8SpsXUGKnWw">WEN WÄHLEN? auf Youtube</a>. Neu, experimentell, echt und auch kein Scheinriese!</li>
</ul>]]>
    </content>
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    <title>Wie eine Lüge entsteht</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://blog.alvar-freude.de/2016/11/wie-eine-luege-entsteht.html" />
    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2016://6.178</id>

    <published>2016-11-22T16:48:11Z</published>
    <updated>2017-01-08T11:01:04Z</updated>

    <summary>Rechtsextreme und Ausländerhasser versuchen seit dem Trump-Sieg wieder vermehrt, mit Lügen und unhaltbaren Übertreibungen die Meinungsbildung in Deutschland zu bestimmen. Ein alltägliches einfaches Beispiel: Torsten Schrammen, ehemaliger Vorsitzender der Piraten in Gütersloh, belabert mich auf Twitter dauernd mit irgendwelchen Links...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <category term="Politik allgemein" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    <category term="lüge" label="Lüge" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    <category term="rechtsextremismus" label="Rechtsextremismus" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://blog.alvar-freude.de/">
        <![CDATA[<p>Rechtsextreme und Ausländerhasser versuchen seit dem Trump-Sieg wieder vermehrt, mit Lügen und unhaltbaren Übertreibungen die Meinungsbildung in Deutschland zu bestimmen.</p>
<p><a href="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/11/China-Reisewarnung-Tweet-132.html" onclick="window.open('https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/11/China-Reisewarnung-Tweet-132.html','popup','width=1190,height=602,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/11/China-Reisewarnung-Tweet-thumb-320xauto-132.png" width="320" height="161" alt="China-Reisewarnung-Tweet.png" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a>Ein alltägliches einfaches Beispiel: Torsten Schrammen, <a href="http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreisguetersloh/Torsten-Schrammen-fuehrt-Piratenpartei-3b67ddcd-cb7e-4ef6-9d8c-3d443ce0bf70-ds">ehemaliger Vorsitzender der Piraten in Gütersloh</a>, belabert mich auf Twitter dauernd mit irgendwelchen Links zu verschiedenen „Ach, die Flüchtlinge sind doch so schlimme Kriminelle und Vergewaltiger“-Berichten. Gestern wieder: das „chinesische Konsulat“ hätte – wegen „zu vielen Vergewaltigern“ eine „Reisewarnung für Deutschland“ herausgegeben. Aber: das ist – wie so vieles in diesen Debatten – glatt gelogen, <strong>es gibt keine Reisewarnung für Deutschland.</strong></p>]]>
        <![CDATA[<p>Ich habe bei der chinesischen Botschaft und dem Konsulat in Düsseldorf nachgefragt. Die Antwort ist klar:</p>
<blockquote>
<p>Es geht gar nicht um eine "Reisewarnung" für Deutschland. Das Generalkonsulat in Duesseldorf hat auch gar nicht chinesische Staatsbürger vor Reisen nach Deutschland gewarnt sondern nur eine Hinweise fuer die chinesische Staatsbuerger gegeben.</p>
<p>[…]</p>
<p>Es gibt auch keine aktuelle Reisewarnung des chinesischen Außenministeriums oder einer anderen Behörde für Deutschland oder einzelne Regionen.</p>
<p>Soviel wir wissen, gab es in der vergangenenheit auch keine Reisewarnung fuer Deutschland.</p>
</blockquote>
<p><a href="http://dusseldorf.china-consulate.org/chn/lsyw/lsbh/t1416667.htm">Die genannten Hinweise</a> enthalten nur eine allgemeine Information, man möge auf die eigene Sicherheit achten und sind keineswegs als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reisewarnung">Reisewarnung</a> zu verstehen (der Link führt zur chinesischen Version, die komplette deutsche Übersetzung, wie sie mir die Botschaft geschickt hat, ist unten).</p>
<p>Ursprung der Meldung sind das schon öfter als Spezialist für Schnappathmungs-Meldungen aus dem rechten Rand aufgetretene Online-Magazin Epoch Times Deutschland, das über sich selbst schreibt: </p>
<blockquote>
<p>Wir wurden gegründet, um unzensierte Nachrichten aus und über China an die Chinesen weltweit zu liefern – frei von Propaganda und Medienzensur.</p>
</blockquote>
<p>Man kann es auch anders sagen: das Magazin bietet <a href="http://meedia.de/2016/03/18/kopp-sputnik-epoch-times-co-nachrichten-aus-einem-rechten-paralleluniversum/">Nachrichten aus einem rechten Paralleluniversum</a>.</p>
<p><a href="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/11/Konsulat-Meldung-134.html" onclick="window.open('https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/11/Konsulat-Meldung-134.html','popup','width=1192,height=500,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/11/Konsulat-Meldung-thumb-320xauto-134.png" width="320" height="134" alt="Konsulat-Meldung.png" class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" /></a>Das funktioniert in der Praxis so: Aus einem allgemienen Hinweis des Konsulats, den dieses aufgrund zahlreicher Berichte in sozialen Netzwerken gegeben hat, macht das Magazin dann eine <a href="http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/phantomfahndung-chinesische-studentin-27-vergewaltigt-bochumer-polizei-jagt-fluechtling-konsulat-ermahnt-chinesen-in-deutschland-auf-sicherheit-zu-achten-a1980196.html" rel="nofollow">„öffentliche Warn-Meldung“ ohne genaue Quellenangabe</a>. Das mag auf den ersten Blick nicht vollkommen gelogen sondern nur „etwas“ übertrieben sein, ist in dem Kontext und durch das Weglassen der sonstigen Meldung aber die Basis für die nächste Eskalationsstufe: Die angebliche Reisewarnung, die nun durch das Netz geistert. Es sei in Deutschland ja so schlimm mit den Ausländern, dass gar das chinesische Konsulat eine Reisewarnung herausgegeben habe. Rechtsextreme Lügen-Propaganda par excellence. Und Leute wie Torsten Schrammen, der 2010 und 2012 noch <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/torsten_schrammen-144-38907.html">für die Piraten für den Landtag NRW kandidiert hat</a>, fallen nicht nur darauf rein, sondern verbreiten den Unsinn auch noch weiter. Passt ja so schön in das eigene Weltbild.</p>
<p>Der Vollständigkeit halber die komplette Übersetzung des Hinweises des chinesischen Konsulats Düsseldorf in der Übersetzung der chinesischen Botschaft:</p>
<blockquote>
<p>Nachdem das Generalkonsulat der VR China in Duesseldorf die Meldung des Opfers am 16.11 bekam, setzte der zustaedige Kolleger in erster Zeit die lokale Polizei in Verbindung und forderte sie, den Fall so schnell wie moeglich zu loesen, das Generalkonsulat rechtzeitig ueber die Entwicklung zu informieren und die Sicherheit des in Deutschland wohnenden chinesischen Staatsbuerges zu gewaehrleisten. Das Generalkonsulat wird die Entwicklung des Falls mit grosser Aufmerksamkeit verfolgen.<br />Angesichts der Sicherheitslage des konsularischen Gebiets schlaegt das Generalkonsulat nochmals die chinesische Staatsbuerge vor, ernsthaft auf die persoenliche Sicherheit aufzupassen, insbesondere wenn sie sich in dem entlegenen oder wenig bevoelkten Ort befinden. <br />Ende des Hinweises wird die deutsche Polizei 110 chinesische Konsularische Hotline soie die Kontaktnummer der chinesischen Botschaft und 4 Konsulate in Deutschland gelistet.</p>
</blockquote>
<p><strong>PS:</strong> Ich sehe nun schon die Kommentare kommen: das sei doch alles egal, aber die fiesen Flüchtlinge würden uns mordend und vergewaltigend überrollen. Nunja, jetzt warten wir mal ab, was aus dem Fall wird. Und (etwas knapp dargestellt): <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/bundeskriminalamt-statistik-straftaten-asylbewerber">Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche</a>.</p>]]>
    </content>
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    <title>Krass: Weihnachtsmarkt heisst nun wegen Islam Wintermarkt</title>
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    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2016://6.177</id>

    <published>2016-11-20T23:13:16Z</published>
    <updated>2020-12-02T06:35:19Z</updated>

    <summary> Das müsst ihr echt lesen, denn das ist echt voll krass: immer mehr Weihnachtsmärkte müssen aus Rücksichtsnahme vor Muslimen in „Wintermarkt“ umbenannt oder verboten werden, die Grünen wollen gar den Weihnachtsbaum abschaffen! Solche und ähnliche Meldungen machen immer mehr...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<blockquote>
<p><strong>Das müsst ihr echt lesen, denn das ist echt voll krass: immer mehr Weihnachtsmärkte müssen aus Rücksichtsnahme vor Muslimen in „Wintermarkt“ umbenannt oder verboten werden, die Grünen wollen gar den Weihnachtsbaum abschaffen!</strong></p>
</blockquote>
<p>Solche und ähnliche Meldungen machen immer mehr die Runde („bitte teilen und weitersagen, wir müssen endlich die Wahrheit sagen!!!“ darf oft nicht fehlen). Nur: <strong>diese Behauptung schwankt schlicht zwischen falsch und erstunken und erlogen.</strong> Mal hat die <a href="http://www.bildblog.de/62255/das-bams-maerchen-vom-weihnachtsmarktverbot/"><em>BILD am Sonntag</em> falsch berichtet</a> und andere abgeschrieben, mal heißt der <a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/11/22/wintermarkt-vs-weihnachtsmarkt-unsinn-bei-facebook-und-was-man-dagegen-tun-kann/">„Weihnachtsmarkt“ schon seit zehn Jahren „Wintermarkt“</a> – nicht weil irgendwelche Muslime irgendwas verbieten wollen, sondern weil er bis in den Januar geht. Und manchmal wird eine Aktion gegen den Islam <a href="http://www.taz.de/!5025974/">vollkommen umgedeutet</a>:</p>]]>
        <![CDATA[<blockquote>
<p>Es gibt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg keinen einzigen verbotenen Weihnachtsmarkt und keinen einzigen verbotenen Christenumzug.<br />Das ist die besondere Ironie des Weihnachtsmarktmärchens: Dass ein Beschluss, der sich in Realität bisher nur gegen den muslimische Ramadan gerichtet hat, als Angriff auf das christliche Abendland umgedeutet wird. Wenn Pegida, Hogesa und CSU wüssten, wie es wirklich ist - sie müssten stolz auf Kreuzberg sein.</p>
</blockquote>
<p>Aber es passt ja so schön in das neue Weltbild, dass uns mancher zeichnen will: „Die Muslime überrennen uns, und nehmen uns sogar den Weihnachtsmarkt weg.“ Die Wahrheit ist vollkommen egal, wenn man eine tolle Schlagzeile hat und vom Klickvieh viele Klicks kriegt. </p>
<p>Also, wenn jemand dieser Behauptung begegnet nicht nur dran denken sondern auch laut sagen: es ist alles Unsinn. </p>
<p>Aber, wird jetzt mancher einwenden, die Geschichte mit dem Weihnachtsbaum in Düsseldorf, den die Grünen verbieten wollen, wegen der Muslime natürlich, die stimmt doch. Oder?</p>
<p><a href="http://www.gruene-duesseldorf.de/oh-tannenbaum/">Nein</a>:</p>
<blockquote>
<p>Norbert Czerwinski, Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion, wurde von der BILD-Zeitung gefragt, was er von der Idee der Baumschutzgruppe für lebende Weihnachtsbäume hält. Seine Antwort: „Jetzt, wo die Rathaustanne nicht mehr als Freundschaftsgeschenk aus Lillehammer kommt, wäre ein guter Zeitpunkt die Idee zu diskutieren.“</p>
</blockquote>
<p>Also, die wollen nicht den Weihnachtsbaum abschaffen, sondern – da nicht mehr jährlich ein frisch gefällter Baum von den Norwegern geschenkt wird – überlegen, einen Baum zu pflanzen, der nicht gefällt werden muss und jedes Jahr Weihnachtsbaum ist. Wegen der Muslime? Wohl kaum.</p>
<p>Ähnlich läuft es bei vielen anderen Aufregerthemen. Irgendwer behauptet irgendwelchen Unsinn, und viele verbreiten es ungeprüft weiter. Je größer der Aufreger, desto besser klappt das.</p>
<p>
<iframe width="320" height="180" style="float: right; margin-left: 4px;" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/OR7HlGAtDC0" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
 Übrigens: es gibt auch Muslime, die in ihrer Wohnung einen Weihnachtsbaum aufstellen. Und bei denen die Kinder Geschenke bekommen. Habe ich bereits vor über 20 Jahren schon selbst gesehen, weitere Quellen jeglicher Art darf jeder <a href="https://www.google.de/search?q=muslime+weihnachtsbaum+weihnachtsgeschenke">selbst suchen</a>.</p>
<p><strong>Links/Quellen:</strong></p>
<p>Weihnachtsmarktverbot:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bildblog.de/62255/das-bams-maerchen-vom-weihnachtsmarktverbot/">Das „BamS“-Märchen vom Weihnachtsmarktverbot</a></li>
<li><a href="http://www.taz.de/!5025974/">Ein Weihnachtsmärchen</a></li>
<li><a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/11/22/wintermarkt-vs-weihnachtsmarkt-unsinn-bei-facebook-und-was-man-dagegen-tun-kann/">Wintermarkt vs. Weihnachtsmarkt: Unsinn bei Facebook und was man dagegen tun kann</a></li>
<li><a href="http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.ausgeloest-von-einem-fake-account-wegen-wintermarkt-muenchner-flughafen-erntet-shitstorm.bd67ca6e-434b-4073-8672-18cc3af7532b.html">Wegen "Wintermarkt": Münchner Flughafen erntet Shitstorm</a></li>
<li><a href="http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Rechte-Netz-Aktivisten-hetzen-gegen-Flughafen-Muenchen-id36174132.html">Rechte Netz-Aktivisten hetzen gegen Flughafen München</a></li>
<li>Update: Mimikama mit dem vermutlichen Ursprung des Gerüchts: <br /><a href="http://www.mimikama.at/allgemein/und-wieder-mist-unterwegs-der-wintermarkt-in-mnchen/">Und wieder Mist unterwegs: der “Wintermarkt” in München</a></li>
</ul>
<p>Düsseldorfer Weihnachtsbaumverbot:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.rp-online.de/nrw/debatte-um-weihnachtsbaeume-vor-rathaeusern-aid-1.6380926">Debatte um Weihnachtsbäume vor Rathäusern</a></li>
<li><a href="http://www.gruene-duesseldorf.de/oh-tannenbaum/">Oh‘ Tannenbaum</a></li>
</ul>
<p></p>]]>
    </content>
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    <title>Ihr faulen Feiglinge!</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="https://blog.alvar-freude.de/2016/10/faule-feiglinge.html" />
    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2016://6.176</id>

    <published>2016-10-27T18:42:51Z</published>
    <updated>2019-08-22T05:57:35Z</updated>

    <summary>Oder: Für einen neuen Aufstand der Anständigen Wie konnte es so weit kommen, dass in Deutschland die Zahl der Ausländerfeinde, Flüchtlingshasser und AfD-Wähler so dramatisch steigt? Was kann man dagegen tun? Wie konnte es so weit kommen, dass in manchen...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    </author>
    
        <category term="Politik allgemein" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
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    <category term="rechtsextremismus" label="Rechtsextremismus" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
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        <![CDATA[<h2 style="font-size: 1.5em !important;">Oder: Für einen neuen Aufstand der Anständigen</h2>
<p>Wie konnte es so weit kommen, dass in Deutschland die Zahl der Ausländerfeinde, Flüchtlingshasser und AfD-Wähler so dramatisch steigt? Was kann man dagegen tun? Wie konnte es so weit kommen, dass in manchen (virtuellen wie realen) Umgebungen sich diejenigen, die noch an die Würde des Menschen glauben und nicht fremde Menschen pauschal als Schmarotzer, „Rapefugees“ oder fiese Kriminelle ansehen in der Unterzahl fühlen, obwohl die Fremdenfeinde meist nur eine Minderheit darstellen?</p>
<p><strong>Es liegt auch an Euch faulen Feiglingen!</strong></p>]]>
        <![CDATA[<p>Heute habe ich auf Twitter ein paar Diskussionen mit Nazis und „ich bin doch kein Nazi, aber die Ausländer sind alles böse Frauenvergewaltiger, diese #rapefugees!“-Schreihälsen (Beispiele siehe unten) geführt. Die kommen mit erfundenen und falsch interpretierten Zahlen bzw. Fällen sowie mit Lügen und anderen Märchen daher – und kaum einer widerspricht. Ein paar mal habe ich Sachen in die Timelime meiner Follower gespült, kaum Reaktionen. Sicherlich war ich nicht immer geschickt, aber wie sehr das Geschwätz der menschenverachtenden Ausländerfeinde stillschweigend geduldet wird, das erschrickt mich.</p>
<p>Schon seit einer Weile ist zu beobachten: weil oftmals niemand wiederspricht dominieren diese Typen ganze Gruppen, obwohl sie eigentlich in der Minderheit sind. So fühlen sie sich wieder in der Mehrheit und ziehen immer mehr Menschen rein, denn irgendwas muss ja dran sein. Für viele, die nicht genau hinschauen, sind auch die Lügen der verschiedenen rechtsextremen Autoren sehr verlockend, siehe beispielsweise: <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22296/so-luegt-udo-ulfkotte-fordert-die-uno-die-deutsche-bevoelkerung-durch-araber-zu-ersetzen/">So lügt Udo Ulfkotte: Fordert die UNO, die deutsche Bevölkerung durch Araber zu ersetzen?</a> oder <a href="https://krautreporter.de/46--die-wahrheit-uber-die-lugen-der-journalisten">Die Wahrheit über die Lügen der Journalisten</a> oder <a href="http://uebermedien.de/7349/wie-ich-einen-sprachpapst-zum-staatsfeind-machte/">Wie ich einen „Sprachpapst“ zum Staatsfeind machte</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/1469/so-luegt-udo-ulfkotte/">So lügt Udo Ulfkotte</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/82387/compact-koennte-es-besser-wissen/">„Compact“ könnte es besser wissen</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/73854/jede-woche-eine-neue-zahl/">„Jede Woche eine neue Zahl“</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/73416/wie-falsche-bilder-von-fluechtlingen-entstehen/">Wie falsche Bilder von Flüchtlingen entstehen</a>. Die Filterbubble in Facebook und Co. kommt dazu. Kein Wunder, dass das immer mehr werden. Das Internet, als Medium der Aufklärung angetreten, versagt. Die Hetzer und Lügner müssen nur möglichst drastischen Dreck verbreiten, schon ist weitgehend Stille: die einen haben keine Lust sich mit denen zu beschäftigen und die anderen sind eingeschüchtert oder haben gar die Ansichten übernommen.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_der_Anständigen"><em>Wir brauchen einen neuen Aufstand der Anständigen,</em></a> wer weg schaut macht sich mit schuldig! Natürlich wird man die paar 100% überzeugten Obernazis nicht überzeugen können. Aber die vielen anderen, die keine gefestigte Meinung haben oder sich nicht trauen sich zu äußern, sind zu erreichen. Wenn sie aber erst mal an das Märchen, Flüchtlinge und Ausländer seien alles fiese Vergewaltiger und Mörder, weil das ja in deren Genen liege, glauben, dann ist es zu spät.</p>
<p>Daher: wehrt Euch, widersprecht den Lügnern, klärt auf. Auf Facebook (aber nicht auf deren Seiten, sondern in der eigenen Timeline, <a href="http://www.profil.at/meinung/ingrid-brodnig-ausgeloescht-7653897">sonst erscheint deren Hass weiter oben in den Timelines aller</a>), Twitter, in der Kantine oder an der Bushaltestelle. Es macht Arbeit, aber manchmal kann man ja auch etwas für den gesellschaftlichen Frieden im Land tun. Ansonsten sind die „Ausländer raus, oder wenn das nicht klappt in Gaskammer“-Schreihälse irgendwann wirklich in der Mehrheit und alle fragen sich: wie konnte das nur passieren.</p>
<p></p>
<h3>Ein paar Beispiele aus der heutigen Diskussion; in unspezifischer Reihenfolge und unvollständig</h3>
<p>Hier ein paar Bespiele aus mehreren hundert Tweets einer (offensichtich abgesprochenen) Aktion Horde rechter Trolle, bei denen man sich durchaus die Frage stellen kann: wenn den Typen niemand widerspricht, wie soll da ein vielleicht unbedarfter, unpolitischer Mensch irgendetwas anderes glauben als den Unsinn, den die da erzählen? </p>
<p>Ausländer sind per se Vergewaltiger, Mörder und Kriminelle:</p>
<p><a href="https://twitter.com/mimi_hutter/status/791640097489903616"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="idiot.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/idiot-thumb-638xauto-92.png" width="638" height="443" class="mt-image-none" /></a></p>
<p>… denn das sei da ja Volkssport:</p>
<p><a href="https://twitter.com/mimi_hutter/status/791640097489903616"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="Volkssport.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/Volkssport-thumb-autox924-94.png" width="638" height="924" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Der Wunsch: Missbrauchsopfer zurückschicken, die sollen halt ihre Probleme selbst lösen.</p>
<p><a href="https://twitter.com/kusosaru1/status/791659030875869184"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="grenzen-zu.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/grenzen-zu-thumb-autox1082-96.png" width="638" height="1082" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Die Flüchtlinge kommen ganz bestimmt nur deswegen, weil sie hier ausgiebig Sex haben können, oder?</p>
<p><a href="https://twitter.com/262spg/status/791669888188284928"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="fckn.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/fckn-thumb-638xauto-98.png" width="638" height="492" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Und natürlich: irgendwann kommt die (bisher ganz geheim gehaltene?) Faktenlage auf den Tisch!</p>
<p><a href="https://twitter.com/RonaiVeromaus/status/791591569967181828"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="Faktenlage.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/Faktenlage-thumb-638xauto-100.png" width="638" height="330" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>(Viele) Ausländer seien – statistisch belegt! – wilde Sexmonster:</p>
<p><a href="https://twitter.com/_Szams_/status/791603522987065345"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="statistisch-belegt.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/statistisch-belegt-thumb-autox803-102.png" width="638" height="803" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Auf mein (darauf folgendes) Angebot, den angeblich tagtägliche Spießrutenlauf durch sexuell belästigende Migranten filmisch zu dokumentieren, ist die angebliche Frau nicht eingegangen:</p>
<p><a href="https://twitter.com/packologe/status/791612007443300352"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="spiessrutenlauf.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/spiessrutenlauf-thumb-638xauto-106.png" width="638" height="457" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Eine interessante Masche: wer nicht gegen Flüchtlinge mit macht, wird als „frauenverachtend“ beschimpft:</p>
<p><a href="https://twitter.com/WildEastBerlin/status/791632956506902529"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="volltrop.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/volltrop-thumb-638xauto-108.png" width="638" height="370" class="mt-image-none" /></a></p>
<p>Angenommen, „die Ausländer“ wären alle Vergewaltiger und Mörder, würde dann Integration nicht helfen? Nö, kastrieren, wegsperren. Und dann …</p>
<p><a href="https://twitter.com/mimi_hutter/status/791641034765795328"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="kastrieren.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/kastrieren-thumb-autox741-110.png" width="638" height="741" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Oder anders gesagt: Wer Ausländer integrieren will, wird als Vergewaltiger-Fan dargestellt:</p>
<p><a href="https://twitter.com/mywordsrmessage/status/791645820584095744"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="vergewaltiger-fan.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/vergewaltiger-fan-thumb-638xauto-114.png" width="638" height="207" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Und wieder ein Lügenmächen: in Schweden werde – durch „Rapefugees“, also vergewaltigende Flüchtlinge – jede Dritte Frau vergewaltigt:</p>
<p><a href="https://twitter.com/mimi_hutter/status/791642819391791104"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="schweden-1-3.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/schweden-1-3-thumb-autox776-112.png" width="638" height="776" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Noch so eine Behauptung: Die „Neger und Araber“ können nur Kalaschnikov …</p>
<p><a href="https://twitter.com/knoedelfan/status/791648316144619520"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="kalaschnikov.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/kalaschnikov-thumb-638xauto-116.png" width="638" height="376" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Sie kommen als Soldaten – um uns zu überrennen?</p>
<p><a href="https://twitter.com/holmdoolinger/status/791649984437424128"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="soldaten.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/soldaten-thumb-638xauto-120.png" width="638" height="475" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Und da muss man sich natürlich aufrüsten:</p>
<p><a href="https://twitter.com/mar16091963/status/791683453150433280"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="wehren.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/wehren-thumb-autox968-130.png" width="638" height="968" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Die Umdrehung: Wer sich nicht vergewaltigen Lasse, werde von den anderen zum Nazi gemacht.</p>
<p><a href="https://twitter.com/out_shell/status/791649029079695360"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="beine-breit.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/beine-breit-thumb-638xauto-118.png" width="638" height="323" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Wenn ein Bürgermeister bei der Hetze gegen Flüchtlinge nicht mitmacht, dann wird eben mal (indirekt) gedroht ihn umzubringen:</p>
<p><a href="https://twitter.com/holmdoolinger/status/791654092296822784"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="buergermeister-vom-dach.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/buergermeister-vom-dach-thumb-autox725-122.png" width="638" height="725" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Mann mit langen Haaren = „Schwuchtel“ – Beschimpfungen und Beleidigungen sind bei den Herrschaften normaler Umgangston:</p>
<p><a href="https://twitter.com/WildEastBerlin/status/791650755019235328"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="lange-haare.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/lange-haare-thumb-638xauto-124.png" width="638" height="357" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Internierungslager hatten wir ja auch schon mal:</p>
<p><a href="https://twitter.com/Urteil_a_priori/status/791650835839197184"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="internierungslager.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/internierungslager-thumb-638xauto-126.png" width="638" height="281" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>„Verbrecher und Schmarotzer“-Gelaber ist ja schon üblich:</p>
<p><a href="https://twitter.com/KorruptPolitik/status/791651574334496768"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="schmarotzer.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/schmarotzer-thumb-638xauto-128.png" width="638" height="364" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Und irgendwann darf natürlich ein Hitler-Vergleich nicht fehlen:</p>
<p><a href="https://twitter.com/knoedelfan/status/791657031702876161" target="_blank"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="Hitler.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/Hitler-thumb-638xauto-90.png" width="638" height="408" class="mt-image-none" /></a></p>
<p></p>
<p>Und zum Schluss noch: der übliche Sprachgebrauch in deren Kreisen:</p>
<p><a href="https://twitter.com/Xtazy13/status/791671761586757632"><img style="box-shadow: 8px 8px 16px #ccc; border-radius: 7px; border: 2px #274a78 solid;" alt="spasti.png" src="https://blog.alvar-freude.de/assets_c/2016/10/spasti-thumb-638xauto-104.png" width="638" height="197" class="mt-image-none" /></a></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><strong>Update 23 Uhr:</strong> <a href="http://www.profil.at/meinung/ingrid-brodnig-ausgeloescht-7653897">Diesen Hinweis</a> ergänzt, die Links zu den Lügengeschichten der rechten Vortänzer ergänzt.</p>]]>
    </content>
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    <title>Kann ein Server-Betreiber mit der Speicherung von IP-Adressen Angreifer abwehren?</title>
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    <published>2016-10-20T05:09:44Z</published>
    <updated>2016-10-21T12:50:32Z</updated>

    <summary>Heute Gestern hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Urteil zur Speicherung von Nutzer-IP-Adressen auf Servern gefällt. Kläger Patrick Breyer argumentiert nun gegen das EuGH-Urteil mit einem Gerichts-Gutachten von 2011, das (verkürzt) besagt: die Speicherung von IP-Adressen sei nicht nötig/hilfreich um...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://blog.alvar-freude.de/">
        <![CDATA[<p><del datetime="2016-10-20T00:39:43+02:00">Heute</del> Gestern hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein <a href="http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2016-10/cp160112de.pdf">Urteil zur Speicherung von Nutzer-IP-Adressen</a> auf Servern gefällt. Kläger Patrick Breyer <a href="https://www.piratenpartei.de/2016/10/19/eugh-urteil-piraten-fordern-europaweites-verbot-der-surfprotokollierung/">argumentiert nun gegen das EuGH-Urteil</a> mit einem Gerichts-Gutachten von 2011, das (verkürzt) besagt: die Speicherung von IP-Adressen sei nicht nötig/hilfreich um Angriffe auf Server zu bekämpfen. Das Gutachten ist aber dermaßen schlecht und fehlerhaft, dass sich mir die Fußnägel zusammenziehen. Der Gutachter hat offensichlich weder tiefgreifende Ahnung vom Internet-Protokoll noch von Angriffen auf Server noch wie man diese bekämpft – aber dafür eine persönliche Meinung. </p>]]>
        <![CDATA[<p>Das EuGH-Urteil (<a href="http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2016-10/cp160112de.pdf">Pressemeldung</a>, <a href="http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=184668&amp;pageIndex=0&amp;doclang=de&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=1070434">Volltext</a>) besagt stark verkürzt, dass IP-Adressen in bestimmten Fällen zwar personenbezogene Daten sein können: wenn ein Webseitenbetreiber, der Opfer eines Strafbaren Angriffs auf die Webseite war, nach einer Strafanzeige durch Akteneinsicht den Täter herausfinden kann. Aber, so der EuGH weiter, der Webseitenbetreiber könne ein berechtigtes Interesse haben, die IP-Adresse zu speichern, um gegen den Angriff vorgehen zu können. Und das müsste bei einer Abwägung beachtet werden.</p>
<p>Das Urteil möchte ich jetzt hier aber gar nicht weiter diskutieren, sondern auf das Gutachten eingehen, dass der Kläger <a href="http://www.patrick-breyer.de">Patrick Breyer</a> heranzieht um zu behaupten, die Speicherung von IP-Adressen sei zur Abwehr von Angriffen unnötig. Dieses <a href="http://www.daten-speicherung.de/wp-content/uploads/Surfprotokollierung_2011-07-29_Sachverst_an_LG.pdf">Sachverständigen-Gutachten für das Langdgericht Berlin</a> von Dr.-Ing. Stefan Köpsell von der TU Dresden ist inhaltlich offensichtlich falsch und erfüllt in keiner Weise die Ansprüche, die ich an ein Gutachten für ein Gericht (!) stelle. Es ist voller Fehler, falschen Schlussfolgerungen und persönlicher Meinungen des Autors, der vermutlich nur wenig Erfahrung mit der Abwehr von Angriffen auf reale IT-Systeme oder dem Betrieb von Server-Diensten abseits des Anonymisierungsdienstes AN.ON hat, den er laut eigener Aussage im Gutachten betreibt. </p>
<p>So behauptet der Gutachter:</p>
<blockquote>
<p>„Die Angabe von Quell- und Ziel-IP-Adresse ist bezüglich der Funktionalität und Sicherheitseigenschaften gut mit der Angabe von Absender- und Empfängeradresse im Postverkehr vergleichbar. Insbesondere ist in beiden Fällen die Absenderangabe durch den Absender frei festlegbar.“</p>
</blockquote>
<p>Dies ist schlicht falsch, und der Gutachter scheint bei den Grundlagenkursen zu Netzwerken im ersten Semester nicht richtig aufgepasst zu haben – oder er lügt. Zwar kann man beim <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/User_Datagram_Protocol">IP-Protokoll UDP</a> eine beliebige Absenderadresse eintragen. Dann muss man sich aber nicht wundern, wenn man keine Antwort erhält. Bei dem Gerichtsverfahren hier geht es aber primär um Webseiten, und das dafür genutzte HTTP-Protokoll verwenden als IP-Protokoll <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Transmission_Control_Protocol">TCP</a>, wie auch E-Mail-Server (SMTP, IMAP, POP3), SSH-Server und so weiter. Und TCP benötigt schon für den Verbindungsaufbau – also bevor auch nur ein einzelnes Byte Nutzdaten ausgetauscht wird – eine korrekte Absender-IP-Adresse, da zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Wege-Handschlag">Verbindungsaufbau mehrere Pakete hin- und hergeschickt</a> werden (Natürlich kann man auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/IP-Spoofing">IP-Spoofing</a> betreiben, das kommt aber immer auf die Art des Angriffs an und ist bei übichen Zugriffen auf HTTP-Server nicht die Regel). </p>
<p>Zwar verweist Gutachter Köpsell anschließend auf Proxy-Server und Anonymisierungsdienste, die die ursprüngliche Herkunft eines Angreifers verschleiern können. Das ist korrekt, aber ein Angriff auf einen Server kann dann beispielsweise auch durch das Blockieren der betreffenden IP-Adresse des Proxy-Servers unterbunden werden. Wobei es natürlich immer auf die Art des Angriffs ankommt, pauschale Aussagen sind in dem Kontext immer nur für Einzelfälle richtig.</p>
<p>Der Gutachter hat überhaupt nicht erwähnt oder analysiert, welche Angriffe es auf welche Dienste es gibt. Das bleibt vollkommen unerwähnt. Die Art des Angriffs ist aber sehr relevant für die Wahl der passenden Abwehrmechanismen, für die Frage, wo überhaupt IP-Adressen protokolliert werden (können) und wie hilfreich die Protokollierung bei der Bekämpfung sein kann. </p>
<ul>
<li>Man kann Server mit (D)DoS-Attacken in die Knie zwingen. Auch hier gibt es sehr viele verschiedene Methoden (von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/SYN-Flood">SYN-Flood-Attacken</a> über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DNS_Amplification_Attack">Reflection-Angriffe</a> bis <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Smurf-Angriff">Smurf-Angriffe</a> und sehr vieles mehr), die Absender-IP-Adressen sind oft gefälscht (insbesondere bei UDP-basierten Angriffen) oder stammen von gekaperten, mit Trojaner verseuchten Geräten Unbeteiligter. Im Web-Server-Log (um das es primär geht) tauchen die aber i.d.R. gar nicht auf.</li>
<li>Server können absichlich oder unabsichtlich (z.B. von einem kaputten Robot) überlastet werden. Das passiert oft von einer einzelnen oder wenigen IP-Adressen – eine Protokollierung kann den Übeltäter identifizieren und man kann ihn blockieren etc.</li>
<li>Trolle und ähnliches können sich in Diskussionsforen oder Blogs breit machen, in beliebigen Formen von harmlos bis schlimm, von nervig bis strafbar, von lustig bis zerstörerisch. Die Speicherung der IP-Adressen kann beim Aufdecken helfen (z.B. nutzt die Wikipedia das, ebenso wie nahezu jedes Blog usw.), manchmal lassen sich nur dadurch Muster erkennen usw. Die echte Identität des Trolls wird damit aber üblicherweise nicht aufgedeckt und das ist meist auch nicht das Ziel.</li>
<li>Es gibt gezielte Angriffe auf bestimmte Dienste, z.B. Brute-Force-Angriffe zum Passwörter knacken, sei es beim SSH-Zugang oder dem Admin-Interface des CMS. Die Täter verschleiern zwar i.d.R. ihre eigene IP-Adresse, dennoch kann man oft die angreifende Adresse blockieren, beispielsweise mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fail2ban">Fail2ban</a>.</li>
<li>Zur Spam-Bekämpfung werden Sperrlisten (Blacklists) von IP-Adressen genutzt, die u.a. durch vorherige Protokollierung gewonnen werden.</li>
<li>Wer Beschwerden beim Provider eines Angreifers (Abuse-Meldungen) einreichen will, braucht zwingend die IP-Adresse, denn sonst lässt sich der Provider nicht ermitteln, und ohne IP-Adresse und genaue Beschreibung bearbeitet das Beschwerdemanagement des Providers keine Meldung.</li>
<li>und so weiter</li>
</ul>
<p>Zudem gibt es viele Orte, in denen die Protokollierung von IP-Adressen stattfinden kann. Auch dies wird vom Gutachter nicht erwähnt:</p>
<ul>
<li>Protokolldateien von Webservern</li>
<li>Protokolldateien von Mailservern</li>
<li>In jeder E-Mail steht die IP-Adresse des Absenders bzw. dessen Mailserver</li>
<li>Firewall-Protokolldateien</li>
<li>Protokolldateien und Datenbanken von Systemen zur Erkennung von Angriffen (Intrusion-Detection-Systemen)</li>
<li>Protokolldateien und Datenbanken von Werkzeugen zur Analyse des Nutzerverhaltens etc.</li>
<li>Protokolldateien von Servern zur Lastverteilung (Load Balancer)</li>
<li>System-Protokoll-Dateien (z.B. bei Protokollierung von Zugriffen auf geschlossene Ports)</li>
<li>In der normalen Datenbank von Anwendungen wie Blog- oder Forensoftware zur Protokollierung bei Nutzer-Aktionen</li>
<li>und so weiter</li>
</ul>
<p>Es gibt also viele Arten, wie die Auswertung von IP-Adressen helfen kann, Angriffe abzuwehren. Und manche Angriffe kann man gar nicht sofort als Angriff erkennen, sie sehen wie legitime Zugriffe aus – vielleicht besonders häufig oder fehlerhaft. Wenn man nur Nutzer aus Deutschland hat, dann aber jemand häufig mit chinesischer IP-Adresse kommt, kann es sich um einen Angriff handeln. Oder es sind gar keine echten Angriffe sondern fehlerhaft konfigurierte Systeme. Je nach Situation kann die IP-Adresse das einzige Mittel sein, um den (vermeintlichen) Angreifer herauszufinden.</p>
<p>Für eines werden IP-Adressen aber üblicherweise nicht genutzt: für das Tracken von Nutzern.</p>
<p>Für ein ordentliches Gutachten wäre es notwendig, einen Großteil der möglichen Fälle mitsamt möglicher Abwehrmechanismen genauer zu betrachten. All das hat der Gutachter nicht getan: anstatt breit zu beschreiben welche Angriffs- und Abwehrmöglichkeiten (mit oder ohne IP-Adressen) es gibt hat er nur geschrieben:</p>
<blockquote>
<p>„Zusammenfassend läßt sich also feststellen, daß die Speicherung von IP-Adressen höchstens für die Identifizierung von ,dummen' Angreifern nützlich sein kann“</p>
</blockquote>
<p>Dabei geht es oftmals gar nicht um die Identifizierung eines Angreifers sondern darum, den Angriff abzuwehren, einzuschränken, zu erschweren oder ganz zu verhindern. Oder um Fehlkonfigurationen zu entdecken: natürlich sollte eine Firewall blockierte Pakete (und damit deren IP-Adressen) protokollieren, denn nur so lassen sich manche Fehlkonfigurationen finden. Und natürlich sollte jeder Mail-Server IP-Adressen von den Kommunikationspartnern speichern, um beispielsweise Spammer oder anderen Missbrauch zu erkennen. </p>
<p>Weiter behauptet der Gutachter, dass zur Abwehr keine vorherige Protokollierung von IP-Adressen nötig sei, man müsse die IP-Adresse ja nur in die Firewall eintragen und zukünftige Zugriffe blockieren. Dabei vergisst er aber, dass man nur eine solche IP-Adresse in die Firewall eintragen kann, die man kennt. Und man kennt sie i.d.R., weil man sie in Protokolldateien gespeichert und diese analysiert hat. Insbesondere die von ihm erwähnten „Angriffserkennungssysteme“ speichern bei der langfristigen Mustererkennnug natürlich IP-Adressen!</p>
<p>Um Zusammenhänge zu erkennen, will er lieber die IP-Adressen durch eine Zufallszahl ersetzen und meint wohl eine Art Hash-Wert. Natürlich kann man mit dem bedingt auch Angriffe abwehren – aber eben nicht jede Art von Angriff. Es kommt u.a. auf die genaue Umgebung, die Art der Angriffe und den Aufwand an. Und auch hier ist der Aufwand mit dem Risiko abzuwägen: der Server-Betreiber kann, wie der EuGH festgestellt hat, nur im Falle eines gegen ihn gerichteten Angriffs den Personenbezug bei der IP-Adresse mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden herstellen. Also: nur in sehr schwerwiegenden Fällen. </p>
<p>Besonders skurril wird es zum Ende, wenn der Gutachter schreibt:</p>
<blockquote>
<p>„Meiner Meinung nach dient die Speicherung nicht dem nationalen oder internationalem Stand der Technik in Hinblick auf die Absicherung von IT-Systemen.“</p>
</blockquote>
<p>Zum einen ist es … eher ungewöhnlich, dass ein Gutachter seine <em>„persönliche</em> Meinung“ in einem Gutachten für ein Gericht zum Ausdruck bringt. Zum anderen zählt er danach einige Standards und Empfehlungen auf, die dem widersprechen. Dabei vergisst er aber auch einige, zum Beispiel Syslog aus <a href="https://tools.ietf.org/html/rfc5424">RFC5424</a> oder das <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Common_Log_Format">Common Log Format</a>. Für E-Mails ist die Protokollierung der IP-Adresse der einliefernden Maschine im Mail-Header in <a href="https://tools.ietf.org/html/rfc5321">RFC5321</a>/<a href="https://tools.ietf.org/html/rfc5322">RFC5322</a> vorgeschrieben. Die <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/ITGrundschutz/ITGrundschutzKataloge/itgrundschutzkataloge_node.html">BSI-Grundschutzkataloge</a> sehen an einigen Stellen explizit die Protokollierung von IP-Adressen vor. Weltweit protokollieren vermutlich nur unter 0,0001% der Web-, SSH- und Mail-Server sowie Firewalls und ähnliches keine IP-Adressen. Dass der Gutachter dann die Meinung vertritt, dass eine Speicherung „nicht dem nationalen oder internationalen Stand der Technik“ entspreche ist eine ziemlich gewagte Behauptung. </p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Gutachter Dr.-Ing. Stefan Köpsell macht es sich viel zu leicht mit seiner Behauptung, dass eine Speicherung weder hilfreich noch nötig sei. Ob das so ist, kommt sehr stark auf den jeweiligen Fall an. Und zudem muss das alles natürlich auch immer mit den Eingriffen in die Rechte der Betroffenen, die durch die Speicherung erfolgen, abgewogen werden. Das beauftragende Landgericht Berlin hat vielleicht auch nur den Fehler gemacht, einen Betreiber des Anonymisierungsdienstes AN.ON mit dem Gutachten zu beauftragen – denn ob er daher die nötige Neutralität für ein solches Gutachten mitbringt, kann bezweifelt werden.</p>
<p>Daher zum Abschluss noch ein wichtiger Punkt: Wenn es denn tatsächlich so wäre, dass die vielbeschworene „Aufzeichnung des Surfverhaltens“ der Nutzer über die Protokollierung von IP-Adressen geschehen würde, und damit die gesamte Bevölkerung gerastert und gescannt werden würde, dann müsste man sich tatsächlich tiefgehende Gedanken zur Vermeidung dieser Speicherung machen. Die „Aufzeichnung des Surfverhaltens“ geschieht aber nicht über die Protokollierung von IP-Adressen, sondern vor allem über Cookies und diverse andere Tracking-Maßnahmen. Ich würde es begrüßen, wenn die Datenschützer statt ihren Hass auf IP-Adressen auszuleben lieber gegen echte Datenkraken, Tracking-Dienste und ähnliches vorgehen würden. Aber das ist ja wohl zu kompliziert. Die institutionalisierten Datenschützer winken viel Schweinkram durch, wenn nur die IP-Adresse ordentlich anonymisiert wird – und die Datenkraken lachen sich schlapp, weil sie die IP-Adressen eh nicht interessieren, aber sie dafür alle ihre Tracking-Spielchen treiben dürfen. Da versagen die Datenschützer – und das ist jetzt natürlich eine ungerechte Pauschalaussage – völlig.</p>
<p></p>
<p><strong>Update, am Abend 20. Oktober:</strong> Ein paar Tippfehler und Kleinigkeiten sowie mehr Links ergänzt; Speicherung in Datenbank von Blog- oder Forensoftware ergänzt, Hinweis auf IP-Spoofing ergänzt.</p>]]>
    </content>
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    <title>Mal wieder Netzsperren via EU?</title>
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    <published>2016-06-20T12:52:59Z</published>
    <updated>2017-01-08T01:13:32Z</updated>

    <summary>Manche Themen leben lange. Netzsperren/Internet-Sperren gehören dazu. Nun gibt es wieder einen Versuch, wie u.a. netzpolitik.org berichtet: dieses mal versucht die EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier von der CSU einen entsprechenden Passus in einem Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Ich habe ihr daher mal eine...</summary>
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        <![CDATA[<p>Manche Themen leben lange. Netzsperren/Internet-Sperren gehören dazu. Nun gibt es wieder einen Versuch, wie u.a. <a href="https://netzpolitik.org/2016/csu-abgeordnete-hohlmeier-bringt-im-europaparlament-netzsperren-auf-den-weg/">netzpolitik.org berichtet</a>: dieses mal versucht die EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier von der CSU einen entsprechenden Passus in einem Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Ich habe ihr daher mal eine freundliche E-Mail geschrieben, und auf die Problematik dieses Vorhabens verwiesen – denn man weiß ja nie, vielleicht sind ihr manche Details einfach noch nicht so sehr bewusst ...</p>]]>
        <![CDATA[<blockquote>
<p>Sehr geehrte Frau Hohlmeier,<br />liebe Mitarbeiter,</p>
<p>mein Name ist Alvar Freude, ich war 2010 bis 2013 Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Bundestages und habe zusammen mit Peter Tauber die Handlungsempfehlungen zum Thema Netzsperren verfasst. Diese gehört zu den wenigen Handlungsempfehlungen im Bericht zu Netzneutralität, die von der gesamten Enquete-Kommission einstimmig verabschiedet wurden. Jegliche Art von Netzsperren wird in dieser Handlungsempfehlung abgelehnt – und die jährlichen Berichte des Bundeskriminalamts stützen die damalige Position und zeigen, dass „Löschen statt Sperren“ sehr gut funktioniert.</p>
<p><br />Mit sehr großem Erstaunen habe ich gelesen, dass Sie im Innenausschuss des EU-Parlaments nun eine Position vorantreiben, die Netzsperren explizit fordert und so dafür sorgt, dass die EU-Länder eine Zensur-Infrastruktur aufbauen müssen. Wie kommen Sie zu dem Schluss, dass Netzsperren nötig sind, um gegen illegale Inhalte im Internet vorzugehen? Aus welchen Ländern werden die rechtswidrigen Inhalte verbreitet (Server-Standort)? Warum können diese nicht gelöscht werden?</p>
<p>In der deutschen Netzsperren-Diskussion 2008 bis 2010 wurde oft behauptet, dass illegale Inhalte oft über so genannte Failed States verbreitet werden, in denen eine Löschung nicht möglich sei. Diese Behauptung hat sich allerdings als gänzlich falsch herausgestellt, wie ich in verschiedenen Analysen beweisen konnte. In der Zwischenzeit zeigen dies auch die offiziellen Zahlen des BKA.</p>
<p>Auch im Bereich des islamistischen Terrorismus ist anzunehmen (und erste Erkenntnisse bestätigen dies), dass einschlägige Inhalte ausschließlich über europäische (vor allem deutsche) und nordamerikanische Anbieter verbreitet werden. Löschen dieser Inhalte – wir reden ja nur über eindeutig rechtswidrige Inhalte – ist möglich und geschieht in der Regel sehr schnell. Dies ist auch der einzige nachhaltige Weg, diese Propaganda einzudämmen.</p>
<p>Ich möchte Sie daher bitten, diesen Gedanken in den Gesetzgebungsprozess mit einzubeziehen und auf Netzsperren, die einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung unwürdig sind, zu verzichten.</p>
<p>Anbei schicke ich Ihnen noch den erwähnten Bericht zur Netzneutralität der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft, die entsprechende Passage finden Sie auf Seite 34 unter „Schlussabsatz“. Die relevanten Teile daraus zitiere ich am Ende diese E-Mail.</p>
<p><br />Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne per E-Mail oder telefonisch unter (01 79) 13 46 47 1 zur Verfügung.</p>
<p><br />Freundliche Grüße<br /> Alvar Freude</p>
<p></p>
<p>Ausschnitt aus den Handlungsempfehlungen der Projektgruppe Netzneutralität der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des deutschen Bundestages:</p>
<p><br />Die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hält Netzsperren und das Blockieren von Inhalten für ein ungeeignetes Instrument zur Bekämpfung illegaler Inhalte und Kriminalität im Netz. Es ist zudem fragwürdig, ob entsprechende Maßnahmen mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und den Werten des Netzes selbst in Einklang stehen, wenn unklar ist, auf welcher Grundlage dieser Eingriff staatlicherseits erfolgt. Das Sperren und Blockieren von Inhalten durch Unternehmen ohne rechtsstaatliche Grundlage ist nach Auffassung der Enquete-Kommission eine Verletzung der Netzneutralität und wird abgelehnt. [...]</p>
<p>Das Sperren und Blockieren von Inhalten auf gesetzliche Anordnung hat sich in der Praxis als ein wenig geeignetes Mittel erwiesen, um Kriminalität jeglicher Art im Netz zu bekämpfen. Alternativ kann das Löschen krimineller In- halte eine Möglichkeit zur Durchsetzung von Recht und Gesetz sein. [...]</p>
<p><br />Der Bericht ist auch online verfügbar, unter <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf</a></p>
</blockquote>
<p></p>]]>
    </content>
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    <title>Für wen gilt die Pressefreiheit und wie hält es PEGIDA mit der Meinungsfreiheit?</title>
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    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2016://6.171</id>

    <published>2016-05-19T16:03:36Z</published>
    <updated>2016-05-20T06:36:55Z</updated>

    <summary>Ich bin ja hin und wieder bei verschiedenen Demonstrationen, filme dort und veröffentliche die Videos bei Youtube. Angefangen hat es mal mit den Protesten rund um Stuttgart 21, aber in der Zwischenzeit sind auch PEGIDA-, AfD-, Anti-Homosexuellen-Demos und so weiter...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Ich bin ja hin und wieder bei verschiedenen Demonstrationen, filme dort und <a href="https://www.youtube.com/user/AlvarFreude/">veröffentliche die Videos bei Youtube</a>. Angefangen hat es mal mit den <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLoRUWYKJzlPinKKgzvZlPJ4xb046wuycO">Protesten rund um Stuttgart 21</a>, aber in der Zwischenzeit sind auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Is15BBP9f9A&amp;list=PLoRUWYKJzlPigo3cZ9JTyQbmDDIugEBA_">PEGIDA</a>-, <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLoRUWYKJzlPgmioKCnEWLWUNZnEb5QZ4Q">AfD</a>-, <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLoRUWYKJzlPghp927DZejm2SAfnlkSN7R">Anti-Homosexuellen-Demos </a>und so weiter mit dabei. Mit der Polizei hatte ich – bis auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e4IYan3R-k4&amp;list=PLoRUWYKJzlPghp927DZejm2SAfnlkSN7R">manche kleinere Diskussionen</a> – nie relevante Probleme, selbst vom großen Wasserwerfer-Einsatz am <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PL1C2F10ED1D87AA4D">Schwarzen Donnerstag</a> konnte ich weitgehend ungestört berichten und habe umgekehrt natürlich auch nie die Polizei bei der Arbeit gestört.</p>
<div style="float: right;">
<iframe width="320" height="180" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/Is15BBP9f9A?list=PLoRUWYKJzlPgZEApNVPgUV6inNjauLRbd" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
</div>
<p>Nun sind Pegida-Demonstranten noch mal etwas ganz spezielles: auf der einen Seite beschweren sie sich darüber, dass sie ihre Meinung angeblich nicht äußern dürften, die bösen linksgrün-versifften Mainstream-Medien (also alle außer RT, der Jungen Freiheit, PI-News etc) sie nicht korrekt wiedergeben würden und so weiter. Wenn ich sie dann auf den Demos befrage, wollen viele nichts sagen. Letztens war ich wieder in München bei der dortigen Pegida-Demo (einem offiziellen Ableger der Dresdner). Als sich gerade drei Herren mit mir vor der Kamera über die AfD unterhalten haben, kam ein Ordner angelaufen und beschwerte sich, dass ich die Leute interviewe. Was mir überhaupt einfalle, ob ich einen Presseausweis habe und so weiter. Lange Rede kurzer Sinn: Der Herr wollte mich von der Polizei entfernen lassen – und das erschreckende: die Polizei spielte dabei auch noch mit!</p>]]>
        <![CDATA[<p>Die Begründung der Polizei: Wenn ich keinen Presseausweis eines der großen Journalistenverbände vorweisen könne, dann sei ich auch nicht journalistisch tätig, und wenn dann der Ordner mich nicht auf der Demonstration haben wolle, dann müsse ich raus. Beides halte ich für rechtlich nicht haltbar und überlege, gegen die Entscheidung der Polizei vorzugehen. Wenn mit jemand einen entsprechenden Anwalt mit Erfahrung und Kompetenz im Verwaltungsrecht sowie (Bayerischem) Versammlungs- und Presserecht empfehlen kann: gerne!</p>
<h3>Wer ist heutzutage überhaupt »Presse«?</h3>
<p>Denn der Fall hat durchaus einige Punkte, die (rechtlich und politisch) interessant sind und das Spannungsverhältnis zwischen klassischem Journalismus und den neuen Möglichkeiten die das Netz bietet aufzeigen. Denn früher war es eben nicht ohne weiteres möglich, eine Zeitung oder einen Rundfunksender aufzubauen. Da war immer eine gewisse Organisationsstruktur nötig. Heutzutage ist es aber dank des Internets viel einfacher, Inhalte zu veröffentlichen. Viele machen das auf die eine oder andere Art, und wer ist nun Presse und erhält welches Privileg? Die Diskussion über die angeblich ach so doofen Blogger, die ja gar keine echte Presse sind wurde schon häufig geführt. Irgendwann war Ruhe und allen war klar: Ein Blogger kann Journalist sein, ein Journalist kann Blogger sein, aber weder das eine noch das andere muss (immer) so sein. Bei der <a href="https://www.tagesschau.de/inland/netzpolitik-landesverrat-chronologie-101.html">Landesverrats-Affäre um netzpolitik.org</a> war dann allen klar: das sind Journalisten. Naja, nicht allen: bei der FAZ sah man das <a href="https://www.metronaut.de/2015/08/die-unruehmliche-rolle-der-faz-in-der-netzpolitik-affaere/">irgendwie noch anders</a>.</p>
<p href="https://de.wikipedia.org/wiki/Presseausweis">Aber bin ich Presse, wenn ich bei Demonstrationen Filme, Demonstranten Interviewe und die veröffentliche? Das mag man so oder so sehen, aber auf jeden Fall ist dies keine Tätigkeit, die ich hauptberuflich ausübe um damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen – dies ist aber eine Voraussetzung, um einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Presseausweis">Presseausweis</a> eines der großen Journalistenverbände zu erhalten. Ich habe mich bisher auch nicht darum bemüht, einen zu erhalten, da es auch ohne ging. Ein Presseausweis ist auch keine notwendige sondern nur eine hinreichende Bedingung, um im Einzelfall als Pressevertreter anerkannt zu werden. Viele besorgen sich nur deswegen einen, um irgendwelche Vergünstigungen und Rabatte zu erhalten oder einfach nur um mit »ich bin Presse, ich bin wichtig!« damit herumzufuchteln. Ich fand das schon immer lächerlich, aber nun gut. Man kann sich auch einen selbst ausstellen – ob das dann jemand ernster nimmt, ist eine andere Frage. Und ich möchte ja nur ein »Privileg« haben, das man in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft eigentlich als Selbstverständlich ansehen sollte: das Recht, auf einer öffentlichen Versammlung zu filmen die Teilnehmer zu befragen – natürlich ohne die anderen zu stören und ohne jemanden zu einer Antwort zu zwingen.</p>
<h3>Darf der Veranstalter einer Demo einzelne Personen ausschließen?</h3>
<p>PEGIDA München will das offensichtlich nicht. Aber sonst schreien sie: die Mainstream-Medien seien Lügenpresse. Aber andere wollen sie auch nicht. Wollen dürfen sie vieles, aber warum muss die Polizei deren Wünsch erfüllen? Die Rechtsgrundlage kann wohl nur <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/versammlg/__18.html">§ 18 Abs. 3 des Versammlungsgesetzes</a> sein. Aber das besagt, anders als man annehmen mag: Bei einer Versammlung unter freiem Himmel hat der Veranstalter kein Hausrecht und kann keinen Teilnehmer entfernen (und anders als ich das im Video eingeschätzt habe: auch wer als Berichterstatter oder gar Gegner auf einer Demo ist, ist Teilnehmer). Nur die Polizei kann das – und das auch nur bei gröblicher Störung. Habe ich »gröblich gestört«? Wohl kaum, denn laut den einschlägigen juristischen Kommentaren reichen dazu selbst laute Zwischenrufe und ähnliches nicht aus.</p>]]>
    </content>
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    <title>Wie wirr ist das AfD-Parteiprogramm?</title>
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    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2016://6.170</id>

    <published>2016-03-12T19:12:18Z</published>
    <updated>2017-01-10T00:53:43Z</updated>

    <summary>Correctiv hat gestern den Entwurf für das AfD-Parteiprogramm veröffentlicht. Die Partei, die sich gern als in Inkarnation von „das Volk“ ansieht und eine „Alternative für Deutschland“ sein will, hat das Parteiprogramm aber nicht von der Basis entwerfen lassen, sondern der...</summary>
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        <![CDATA[<p>Correctiv hat gestern den Entwurf für das <a href="https://correctiv.org/blog/2016/03/11/afd-hat-neues-knall-thema/">AfD-Parteiprogramm veröffentlicht</a>. Die Partei, die sich gern als in Inkarnation von „das Volk“ ansieht und eine „Alternative für Deutschland“ sein will, hat das Parteiprogramm aber nicht von der Basis entwerfen lassen, sondern der Parteivorstand hat im Geheimen ein Showprogramm entwickelt. Ich habe mir das mal abseits von den Punkten, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-programm-islamkritik-soll-schwerpunkt-werden-a-1081842.html">über die bereits breit berichtet wurde</a>, angeschaut, und es ist gruselig – da kann ich allen Protestwählern noch mal dringend <a href="https://blog.alvar-freude.de/2016/03/unwaehlbar-systemparteien.html">meine Anleitung zum Protestählen empfehlen.<br /></a></p>
<p>Dabei offenbart sich – wenig überraschend – eine „früher war alles besser“-Partei: mal wollen sie zurück in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts (Frauen an den Herd), mal nochmals hundert weitere Jahre zurück (Sozialversicherungen durch die Familie ersetzen). Aber an einigen Stellen wird es besonders wirr. Hier einige Highlights: </p>]]>
        <![CDATA[<h3>Arbeitslosenversicherung abschaffen</h3>
<blockquote>
<p>Wir wollen <strong>das Arbeitslosengeld I privatisieren.</strong> <strong>Arbeitnehmern</strong> steht dann der Weg offen, mit eigenen und individuell maßgeschneiderten Lösungen für den Fall der Arbeitslosigkeit vorzusorgen. Dabei können private Versicherungsangebote ebenso eine Rolle spielen wie die Familie oder der Verzicht auf Absicherung zugunsten des schnelleren Aufbaus von Ersparnissen.</p>
</blockquote>
<p>Das bedeutet: nur noch Arbeitnehmer sollen den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung bezahlen, aber nur wenn sie wollen – bzw. eine Versicherung bekommen. Privatisierung bedeutet natürlich auch, dass gewinnorientierte Unternehmen sich ihre Versicherten aussuchen können. Daher bleibt dann für viele nur „der Verzicht auf Absicherung“, die AfD will das Solidarsystem abschaffen.</p>
<h3>Unfallversicherung den Unternehmen ersparen</h3>
<blockquote>
<p>Die AfD hält die gesetzliche Unfallversicherung für Arbeitnehmer nicht mehr für zeitgemäß. Es findet sich eine Vielzahl von privaten Angeboten, mit deren Hilfe Unfallrisiken angemessen abgesichert werden können. Die AfD will daher <strong>Arbeitnehmern die Flexibilität geben, sich freiwillig für eine Teilnahme an der gesetzlichen Unfallversicherung zu entscheiden.</strong></p>
</blockquote>
<p>Sprich: die AfD will den Unternehmen die gesetzliche Unfallversicherung (Betriebsunfallversicherung) den Unternehmen ersparen, Arbeitnehmer könnten sich ja selbst versichern. Das bedeutet auch: die Risiken für Betriebsunfälle sollen nicht mehr vom Arbeitgeber sondern vom Arbeitnehmer getragen werden – und das soll als „Flexibilität“ verkauft werden. WTF, auf diesen dummen Gedanken kommt ja noch nicht mal der extremste Flügel der FDP!</p>
<h3>Sozialversicherungen? Sind ja sowas von 1880er …</h3>
<blockquote>
<p>Die AfD tritt dafür ein, dass Deutschland auch <strong>bei den sozialen Sicherungssystemen eine Rückbesinnung auf bewährte Tugenden</strong> braucht. Die staatliche Sicherung ist für Notlagen gedacht, darf nicht überfordert werden und soll und kann die <strong>Familie als Keimzelle gesellschaftlicher Solidarität</strong> nicht ersetzen. Wir erkennen dabei, dass das Umlagesystem Halt in schwierigen Zeiten geben kann, gleichzeitig aber auch die <strong>Selbständigkeit des Bürgers</strong> untergräbt und <strong>bewährte familiäre Strukturen unterlaufen</strong> kann. Wir wollen daher eine Reform der sozialen Sicherungssysteme</p>
</blockquote>
<p>Zurück ins Mittelalter: die AfD will die Errungenschaften Bismarcks abschaffen und die Sozialversicherungen abschaffen oder einschränken. Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung untergrabe die „Selbständigkeit des Bürgers“, wie dumm ist das denn? Die AfD begeht damit einen gesellschaftspolitiken Amoklauf, der insbesondere zu Lasten von sozial Schwachen geht und den sozialen Frieden zerstören würde.</p>
<h3>Juchu, der Hunger in der Welt ist vorbei: CO2 ist gut für's Pflanzenwachstum!</h3>
<blockquote>
<p>[Der Weltklimarat und die] deutsche Regierung unterschlagen jedoch die positive <strong>Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum</strong> und damit auf die <strong>Welternährung.</strong> Je mehr es davon in der Atmosphäre gibt, umso kräftiger fällt das Pflanzenwachstum aus.</p>
<p>[…]</p>
<p>Die AfD sagt daher Ja zum Umweltschutz, macht aber Schluss mit der „Klimaschutzpolitik“ und mit den Plänen zur <strong>Dekarbonisierung</strong> und „Transformation der Gesellschaft“. Das Stigmatisieren des CO2 als Schadstoff werden wir beenden und alle Alleingänge Deutschlands zum Reduzieren der CO2-Emissionen unterlassen. CO2-Emissionen wollen wir nicht finanziell belasten. <strong>Klimaschutz-Organisationen werden nicht mehr unterstützt.</strong></p>
</blockquote>
<p>Ja klar, einfach mal ein bisschen mehr CO2 ausstoßen, und schon ist die „Welternährung“ kein Problem mehr? Tja, so sehen dann die Verschwörungstheorien der „Klimaskeptiker“ aus. – Nun, man kann sich sicherlich drüber streiten, welche Maßnahmen nötig sind und was man denn der Wirtschaft zumuten will. Aber die komplette <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsgeschichte_des_Klimawandels">Leugnung dessen aktuellen Stands der Forschung</a> ist dummdreiste Ideologie.</p>
<h3>Lügenpress…, ähm, öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen, AfD-Regierungssender einsetzen</h3>
<blockquote>
<p>Die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten werden privatisiert. Sie finanzieren sich von 2018 an selbst. Der Beitragsservice wird ersatzlos abgeschafft. Die <strong>staatliche Informationsversorgung</strong> wird durch einen <strong>steuerfinanzierten Rundfunk mit zwei Rundfunksendern und zwei Fernsehsendern</strong> geleistet.</p>
</blockquote>
<p>Also, die ach so verhassten (weitgehend) unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten („Lügenpresse!“) will die AfD abschaffen. Ist ja böse böse Lügenpresse. Aber anständige Machthaber brauchen natürlich Propagandasender, und die will die AfD dann, wenn sie an der Macht ist, auch wieder einführen. Die neuen Propagandasender werden dann wahrscheinlich auch verpflichtet, nur <strong>die Wahrheit</strong> zu berichten – die AfD-Wahrheit natürlich. Dreister geht es kaum: sich beschweren, dass die Presse angeblich nicht neutral sei, aber staatliche Propaganda-Sender einrichten wollen. So sieht Pressefreiheit nach AfD-Geschmack aus …</p>
<h3>Verschwörungstheoretikerkacke vom fehlenden Rechtsstaat</h3>
<blockquote>
<p>Wir wollen den Rechtsstaat stärken und dem <strong>Recht wieder zur Durchsetzung</strong> verhelfen. Erstens müssen sich die Bürger auf das Recht und ihr Recht verlassen können. Zweitens müssen sich die Organe und Institutionen des Staats <strong>wieder an das Recht halten.</strong> Vor einem Staat, der das Recht mit Füßen tritt, sind auch die Bürger nicht sicher.</p>
</blockquote>
<p>Beispiele, wo denn angeblich der Rechtsstaat versagt, nennt die AfD natürlich nicht. Es einfach mal so behaupten ist natürlich einfach. Tja, Rechtsstaat à la AfD ist wohl: alle Gerichte entscheiden so, wie das die AfD will. Das ist zwar genau das Gegenteil von Rechtsstaat, aber, hey, hauptsache es klingt gut!</p>
<h3>Bürger an die Waffen!</h3>
<blockquote>
<p>Ein liberaler Rechtsstaat muss seinen Bürgern vertrauen. Er muss es nicht nur ertragen können, dass Bürger<strong> legal Waffen erwerben und besitzen,</strong> sondern muss die Handlungsfreiheit seiner Bürger bewahren und freiheitsbeschränkende Eingriffe minimieren.</p>
</blockquote>
<p>Wie toll das ist, wenn jeder Depp „legal Waffen erwerben“ kann, <a href="https://de.statista.com/infografik/3143/anzahl-der-durch-schusswaffen-und-durch-motorisierte-fahrzeuge-verstorbenen-personen-in-den-usa/">sieht man ja an den USA</a>. Das ist einfach nur gaga.</p>
<h3>Individualität? Ist mist. </h3>
<blockquote>
<p>Staatliche Institutionen wie Krippen, Ganztagsschulen, Jugendämter und Familiengerichte greifen immer in das Erziehungsrecht der Eltern ein. Gender Mainstreaming und die generelle Betonung der <strong>Individualität</strong> untergraben die Familie als wertegebende gesellschaftliche Grundeinheit. Die Wirtschaft will Frauen als Arbeitskraft. Ein falsch verstandener Feminismus schätzt einseitig Frauen im Erwerbsleben, nicht aber Frauen, die “nur” Mutter und Hausfrau sind. Diese erfahren häufig geringere Anerkennung und werden finanziell benachteiligt.</p>
</blockquote>
<p>Die AfD will keine Idividualität, irgendwie erinnert mich das fundamental an die NS-Ideologie und die völkische Kollektivität, die das Individuum ablösen soll. Aber aber, bestimmt verstehe ich das nur falsch … – Nun, Jugendämter und Ganztagsschulen findet die AfD auch doof, aber die Familie und Frauen am Herd sind toll. Na dann, Willkommen in der Vergangenheit.</p>
<h3>Wehrpflicht und Dienstpflicht für Frauen</h3>
<blockquote>
<p>Deshalb tritt die AFD dafür ein, für alle männlichen deutschen Staatsbürger im Alter zwischen 18 und 28 Jahren wieder einen <strong>Grundwehrdienst</strong> einzuführen. Die Dauer des Wehrdienstes richtet sich nach dem, was für die Sicherheit notwendig ist. Sie muss eine gründliche, kriegs- und einsatzorientierte Ausbildung ermöglichen. Kriegsdienstverweigerer leisten Wehrersatzdienst. Die <strong>Allgemeine Wehrpflicht für Männer</strong> wird um eine<strong> allgemeine Dienstpflicht gleicher Dauer für Frauen</strong> ergänzt, wofür eine Grundgesetzänderung erforderlich ist. Frauen sollen die Möglichkeit haben, freiwillig in den Streitkräften zu dienen.</p>
</blockquote>
<p>Zu einer anständigen völkischen Ideologie gehört natürlich auch das Kriegspielen. Also: Wehrpflicht wieder einführen – und eine Dienstpflicht für Frauen gleich dazu. Sollen die dann an den Kasernen-Herd? Oder düfen die auch ballern?</p>
<h3>Leitkultur religiöser Überlieferung</h3>
<blockquote>
<p>Die Alternative für Deutschland bekennt sich zur <strong>deutschen Leitkultur,</strong> die sich im Wesentlichen aus drei Quellen speist: erstens der <strong>religiösen Überlieferung des Christentums,</strong> zweitens der wissenschaftlich-humanistischen Tradition, deren antike Wurzeln in Renaissance und Aufklärung erneuert wurden, und drittens dem römischen Recht, auf dem unser Rechtsstaat fußt. Gemeinsam liegen diese Traditionen nicht nur unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zugrunde, sondern prägen auch den alltäglichen Umgang der Menschen miteinander, das <strong>Verhältnis der Geschlechter</strong> und das <strong>Verhalten der Eltern gegenüber ihren Kindern.</strong> Die Ideologie des Multikulturalismus, die importierte kulturelle Strömungen auf geschichtsblinde Weise der einheimischen Kultur gleichstellt und deren Werte damit zutiefst relativiert, betrachtet die AfD als ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit. Ihr gegenüber müssen der Staat und die Zivilgesellschaft die deutsche kulturelle Identität als Leitkultur selbstbewusst verteidigen</p>
</blockquote>
<p>Die Leitkultur, da wird es verschwurbelt. Aber was bedeutet das denn nun? Nun, vor allem ein Schritt zurück in alte Zeiten. Die „religiöse Überlieferung des Christentums“ bedeutet: wir glauben wortwörtlich das, was in der Bibel steht. Angefangen bei Adam und Eva. Evolution? Gibt es nicht, die Welt wurde in 7 Tagen von Gott erschaffen. Immerhin wollen sie die Aufklärung nicht völlig leugnen, aber das Verhältnis von Mann und Frau ist natürlich klar: der Mann bestimmt, die Frau hat zu machen was er will. Tolle Sache. Und das Verhalten der Eltern gegenüber den Kindern? Naja, wenns sein muss dann eben Prügelstrafe, oder wie?</p>
<h3>Lehrer sollen „geeignete Maßnahmen“ erhalten – den Rohrstock?</h3>
<blockquote>
<p>Leistungsbereitschaft und Disziplin sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Wissensvermittlung. Die <strong>Erziehung der Schüler dazu ist in erster Linie Aufgabe der Eltern.</strong> Das entsprechende Verhalten der Schüler kann nur durchgesetzt werden, wenn den <strong>Lehrern die dazu geeigneten Maßnahmen zur Verfügung stehen</strong> und deren <strong>Durchsetzung nicht ständig hinterfragt</strong> wird. Schulverweigerung, Null-Bock-Mentalität, Disziplinlosigkeit, Mobbing und Gewalt in der Schule sind nicht zu tolerieren und unter Einbeziehung der Erziehungsberechtigten angemessen zu ahnden. </p>
</blockquote>
<p>Lehrer brauchen endlich wieder geeignete Maßnahmen, in den 50ern hatten wir da doch was passendes: den Rohrstock und andere Maßnahmen der „körperlichen Züchtigung“.</p>
<h3>Die Zeit des Nationalsozialismus endlich vergessen</h3>
<blockquote>
<p>Die aktuelle <strong>Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus</strong> ist zugunsten einer <strong>erweiterten Geschichtsbetrachtung</strong> aufzubrechen, die auch die positiven, identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst.</p>
</blockquote>
<p>Jeder anständige möchtegern-Nazi möchte natürlich nicht an die Nazi-Zeit, Judenverfolgung und Holocaust erinnert werden. </p>
<p>Es gibt noch viele weitere Stellen dieser Art im Parteiprogramm der AfD. Mir reicht es jetzt aber erst mal, genug gegruselt. Wer Protestwählen will, aber sich nun nicht mehr mit der AfD anfreunden kann: Lese <a href="https://blog.alvar-freude.de/2016/03/unwaehlbar-systemparteien.html">Politiker unwählbar, Du willst den Systemparteien eins auswischen? Eine Anleitung.</a></p>
<p><strong>Quelle für alle Zitate:</strong> <a href="https://correctiv.org/media/public/a6/8e/a68ed5e4-32a8-4184-8ade-5c19c37ff524/2016_02_23-grundsatzprogrammentwurf.pdf">2016_02_23-grundsatzprogrammentwurf.pdf</a>; Hervorhebungen von mir</p>
<p><strong>Update 13.3.:</strong> Ein paar Tippfehler entfernt (aber bestimmt nicht alle).</p>
<p></p>]]>
    </content>
</entry>

<entry>
    <title>Politiker unwählbar, Du willst den Systemparteien eins auswischen? Eine Anleitung.</title>
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    <id>tag:blog.alvar-freude.de,2016://6.169</id>

    <published>2016-03-11T20:10:11Z</published>
    <updated>2018-08-25T14:10:35Z</updated>

    <summary>Am Sonntag ist ja bekanntermaßen Landtagswahl in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt. Warum man nicht die AfD wählen sollte wurde nun schon oft dargestellt, daher hier nur ein paar Links und weiter unten ein paar echte Alternativen für Protestwähler. Nichtstun...</summary>
    <author>
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        <![CDATA[<p>Am Sonntag ist ja bekanntermaßen Landtagswahl in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt. Warum man nicht die AfD wählen sollte wurde nun schon oft dargestellt, daher hier nur ein paar Links und weiter unten ein paar <strong>echte</strong> Alternativen für Protestwähler.</p>
<ul>
<li><a href="http://plus.faz.net/evr-editions/2016-03-10/34688/218539.html">Nichtstun als Strategie – wie die AfD im Landtag arbeitet</a></li>
<li><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-ueber-afd-bitte-waehlen-sie-nicht-die-rechtspopulisten-kolumne-a-1081405.html">Bitte wählen Sie nicht AfD</a></li>
<li><a href="http://www.huffingtonpost.de/guenther-metzges/afd-wahlprogramm_b_9406716.html">Diese 10 Punkte zeigen, wofür die AfD wirklich steht</a></li>
<li><a href="https://www.vice.com/de/read/afd-deutsch-deutsch-afd-664">AfD-Deutsch, Deutsch-AfD</a></li>
<li><a href="http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/afd/artikel/die-afd-im-parlament-wohl-doch-keine-alternative.html">Die AfD im Parlament: Wohl doch keine Alternative</a></li>
<li><a href="http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/afd-sechs-wirtschafts-irrtuemer-der-rechtspopulisten-a-1081691.html"><span>Die sechs größten Wirtschafts-Irrtümer der AfD</span></a></li>
<li><a href="http://kattascha.de/?p=2002"><span>Mut zur Wahrheit: Faktencheck AfD in Bildern</span></a></li>
<li><a href="http://www.deutschlandfunk.de/grundsatzprogramm-afd-will-islamkritik-als-schwerpunkt.1818.de.html?dram:article_id=348159">Interne E-Mails der AfD-Führung (1)</a></li>
<li><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-programm-islamkritik-soll-schwerpunkt-werden-a-1081842.html">Interne E-Mails der AfD-Führung (2)</a></li>
<li><a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/afd-mitgliederbefragung--geld-her--jetzt---weil-ich-ein-deutscher-bin--6739330.html">Geld her, jetzt - weil ich ein Deutscher bin!</a></li>
<li><a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landtagswahl-2016-was-im-afd-wahlprogramm-steht.db39fff1-251b-45c6-a97c-85559883643b.html">Was im AfD-Wahlprogramm steht</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/2016/05/afd-andre-poggenburg-sachsen-anhalt-asylpolitik-wahlkampf/komplettansicht">Der normale Radikale</a></li>
</ul>
<p>Tja, aber was tun? Du ärgerst Dich, weil die „Systemparteien“ oder „Altparteien“ nur zu 80% oder 60% Deine Meinung vertreten? Oder zu gefühlt weniger Prozent? Du willst die AfD wählen oder gar nicht wählen (und auch damit die AfD unterstützen)? Dann ist dies hier genau das richtige für Dich:</p>]]>
        <![CDATA[<h2>Eine Anleitung zur Protestwahl!</h2>
<p>Hey, um denen da oben den Stinkefinger zu zeigen, hast Du eine große Auswahl. Du brauchst nicht die Lügenpartei AfD zu wählen! Denn: Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Parteien, die in den jeweiligen Bundesländern zur Wahl stehen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.landtagswahl-bw.de/parteien_uebersicht_ltw.html">Baden-Württemberg</a> (vgl. auch mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Baden-Württemberg_2016">Beschreibung in der Wikipedia</a>)</li>
<li><a href="http://www.wahlen.rlp.de/ltw/presse/lwl16002.html">Rheinland-Pfalz</a> (vgl. auch mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Rheinland-Pfalz_2016">Beschreibung in der Wikipedia</a>)</li>
<li><a href="http://www.wahlen.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/wahlen/Pressemitteilungen/29_01_2016_zugelassene_Landeswahlvorschlaege.pdf">Sachsen-Anhalt</a> (vgl. auch mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Sachsen-Anhalt_2016">Beschreibung in der Wikipedia</a>)</li>
</ul>
<h3>Baden-Württemberg</h3>
<p>In Baden-Württemberg ist es etwas kompliziert, da es hier keine Landeslisten sondern nur eine einzige Stimme gibt, und nicht alle Parteien in allen Wahlkreisen antreten. Aber mit den Piraten (<a href="http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/42193/piraten">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="https://piratenpartei-bw.de/wahlprogramm/">Wahlprogramm</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Deutschland">Wikipedia</a>) und der PARTEI (<a href="http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/208418/die-partei">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="http://die-partei-bw.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=45&amp;Itemid=76">Programm</a> (Bundesverband), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_für_Arbeit,_Rechtsstaat,_Tierschutz,_Elitenförderung_und_basisdemokratische_Initiative">Wikipedia</a>) gibt es in vielen Wahlkreisen Alternativen. Ansonsten gibt es auch noch die Tierschutzpartei (<a href="http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/207268/tierschutzpartei">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="https://www.tierschutzpartei.de/wp-content/uploads/2015/10/landtagswahlprogramm-baden-wuerttemberg-2016.pdf">Wahlprogramm</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_Mensch_Umwelt_Tierschutz">Wikipedia</a>) oder gar die „Menschliche Welt für das Wohl und Glücklich-Sein aller“ (<a href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/wer-steht-zur-wahl/ba-wue-2016/218603/menschliche-welt">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="http://www.menschlichewelt.de/wahlvorschlag-fuer-bw">Wahlprogramm</a>). Die Landeszentrale für politische Bildung hat eine <a href="http://www.landtagswahl-bw.de/parteien_uebersicht_ltw.html">gute Übersicht inkl. verlinkter Wahlprogramme</a>, <a href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/wer-steht-zur-wahl/ba-wue-2016/218603/menschliche-welt">ebenso die Bundeszentrale für politische Bildung</a>.</p>
<h3>Rheinland-Pfalz</h3>
<p>In Rheinland-Pfalz gibt es wie bei der Bundestagswahl zwei Stimmen: eine für einen Kandidaten, eine für eine Partei und deren Landesliste. Bei dem Kandidaten ist es Verschwendung, einen einer kleinen Partei zu wählen – der schafft es sowieso nicht. Aber als Protest ist es zur Not auch OK. Die wichtige Stimme ist aber die Zweitstimme. Als Protestparteiem stehen in Rheinland-Pfalz auch wieder die Piraten (<a href="http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/42193/piraten">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="https://www.piraten-rlp.de/wahlprogramm/">Wahlprogramm</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Deutschland">Wikipedia</a>) bereit, und dann wird es schon eng. Aber wer die Piraten nicht wählen will, findet sicher auch was anderes außer der AfD … Siehe die <a href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/wer-steht-zur-wahl/rheinland-pfalz-2016/">Übersicht über alle Parteien zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz</a> bei der Bundeszentrale für politische Bildung sowie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Rheinland-Pfalz_2016">Landtagswahl Rheinland-Pfalz in der Wikipedia</a>.</p>
<h3>Sachsen-Anhalt</h3>
<p>Auch in Sachsen-Anhalt gibt es zwei Stimmen, eine für einen Kandidaten, und eine für eine Partei und deren Landeslisten. Siehe oben bei Rheinland-Pfalz. Hier empfiehlt sich Die PARTEI (<a href="http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/208418/die-partei">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="http://die-partei-bw.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=45&amp;Itemid=76">Programm</a> (Bundesverband), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_für_Arbeit,_Rechtsstaat,_Tierschutz,_Elitenförderung_und_basisdemokratische_Initiative">Wikipedia</a>) als Protestpartei, außerdem gibt es noch die Tierschutzpartei (<a href="http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/207268/tierschutzpartei">Info bei der Bundeszentrale für politische Bildung</a>, <a href="https://www.tierschutzpartei.de/partei/grundsatzprogramm/">Grundsatzprogramm</a> (Bund), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_Mensch_Umwelt_Tierschutz">Wikipedia</a>). Siehe die <a href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/wer-steht-zur-wahl/217266/sachsen-anhalt-2016">Übersicht über alle Parteien zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt</a> bei der Bundeszentrale für politische Bildung sowie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Sachsen-Anhalt_2016">Landtagswahl Sachsen-Anhalt in der Wikipedia</a>.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Wer „denen da oben“ eins auswischen will, muss nicht zu den Möchtegern-Nazis von der AfD greifen. Da gibt es viel bessere Methoden. Zumal die AfD für viele auch abseits des Themas Ausländer nicht wählbar sein sollte: sie wollen Hartz-4 kürzen, das Arbeitslosengeld abschaffen, Atomkraft einführen und viel mehr (siehe oben). Na dann viel Spaß. </p>
<p>PS:<br />Leider habe ich zu den Landtagswahlen nicht geschafft, eine Neuauflage von <a href="http://www.wen-waehlen.de/">WEN WÄHLEN?</a> zu machen. Aber die alte Version von der Bundestagswahl 2013 ist auch im Nachhinein durchaus aufschlussreich – beim Test selbst wie auch bei den <a href="http://www.wen-waehlen.de/btw13/parteien/antworten.html">gesammelten Antworten der Kandidaten</a>!</p>]]>
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